• Sie verwechseln Begabung mit Leistung
  • Der Schlüssel ist, dass ich aus meinen Fehlern lerne
  • Was ich meine, ist „Freiheit von der Angst vor der Angst“.

Angst ist einer der schlechtesten Begleiter, den man im Leben haben kann. In einer Studie, die in der internationalen Ärztezeitschrift Developmental Cognitive Neuroscience veröffentlicht wurde, wurde gezeigt, wie durch falsches Loben Kinder lernen, sich immer rückzuversichern, statt ihren eigenen Einschätzungen zu trauen. Statt ihre innere Stärke zu entwickeln, wird ihr Selbstbewusstsein anders als beabsichtigt geschwächt.

Man könnte denken, es sei gut, Kindern stets zu sagen, dass sie klug sind, aber das Problem ist, dass es dazu führt, eine falsche Einstellung zu entwickeln. Einige Kinder fangen an, bewusst oder unbewusst zu denken: „Ich bin von Natur aus so klug. So bin ich nun einmal, und zwar nicht durch eigene Anstrengung.“ Andere werden abhängig von Lob. Sie brauchen ständig die Rückmeldung, ob es auch richtig und großartig sei, was sie gerade machen. Menschen zu sagen, sie seien von Natur aus „super“, bedeutet im Umkehrschluss auch, dass sie für ihre Fähigkeiten nicht hart arbeiten mussten. Es ist einfach etwas, mit dem sie von Natur aus gesegnet sind. Doch dann kommt der Moment, wo sie Angst vor Herausforderungen und Fehlern entwickeln. Sie verwechseln Begabung mit Leistung und vergessen, sich anzustrengen und zu lernen.

Das wird leider von den Schulen noch unterstützt – und leider auch von vielen Eltern und Unternehmen. Wenn Vorgesetzte ihre Angestellten loben, indem sie sagen: „Sie sind echt gut. Sie haben wirklich brillante Ideen“, signalisieren sie in Wirklichkeit, dass in erster Linie überragenden Leistungen honoriert werden. Der Umkehrschluss ist dann wieder, dass Angestellte besser keine Fehler machen sollten, und das erzeugt automatisch Angst. Man hört öfter, dass für viele Menschen die Angst, vor einem großen Publikum einen Vortrag zu halten, größer sei, als die Angst zu sterben. Nach Ansicht von Psychologen wird die Angst vor öffentlichen Reden durch die Angst vor Bloßstellung, vor einem stressbedingten Blackout, vor unfairer Kritik, vor Spott usw. verursacht. Die Angst davor, aufzufallen oder sozial isoliert zu werden, hindert die meisten Menschen daran, bessere Wege zur Lösung dieses Problems zu suchen.

Mein reicher Vater sagte einmal, dass die Japaner die Kraft des Spiegels schätzen, denn nur, wenn wir in ihn hineinschauen, finden wir die Wahrheit. Angst ist der Hauptgrund dafür, dass Menschen sagen: „Geh doch lieber auf Nummer sicher.“ Das gilt für alles, sei es für Sport, Beziehungen, Karriere oder Geld. Es ist die Angst, ausgegrenzt zu werden, die Menschen dazu bringt, sich an allgemein akzeptierte Mehrheitsmeinungen oder populäre Trends anzupassen und diese nicht in Frage zu stellen, wie zum Beispiel:

„Das eigene Haus ist doch die beste und sicherste Geldanlage.“

„Schulden Sie doch einfach um. Dann kommen Sie eher aus den Schulden heraus.“

„Arbeite härter.“

„Das ist eine einmalige Gelegenheit.“

Ich habe (fast) nie Angst vor Misserfolg gehabt. Und glauben Sie mir, nicht alle meine Investitionen sind rückblickend erfolgreich gewesen. Aber wenn ich zuließe, dass diejenigen, die nicht so gut verlaufen sind, mich von dem manchmal riskanten Prozess des Neukaufs von Vermögenswerten und der penetranten Suche nach Gelegenheiten abschrecken, wäre ich nicht da, wo ich heute bin. Ich hätte mir nicht das Leben in finanzieller Unabhängigkeit aufbauen können, das ich jetzt genieße.

Der Schlüssel ist, dass ich aus meinen Fehlern lerne. Ich nutzte sie, um weiterzugehen und nicht, um vor dem zurückzuschrecken, was ich vorher getan habe.

Wir wollen alles als schwarz oder weiß etikettieren: gut oder schlecht, klug oder dumm. Scheitern kann beides sein. Es hängt alles davon ab, wie man darauf reagiert. Statt sich darüber zu freuen, welche Möglichkeiten ein Misserfolg eröffnet, sagt unsere Gesellschaft: „Bitte, keine Fehler machen! Machen Sie es nicht auf diese Weise. Keine Experimente. Machen Sie es so, wie wir es immer gemacht haben.“ Und das wird niemals zu Innovationen führen, die unser Leben verändert.

Befreien Sie sich von Angst
Der größte Unterschied in der Einstellung zwischen einem Unternehmer und einem Arbeitnehmer liegt in dem Wunsch nach Sicherheit und dem Wunsch nach Freiheit. Mein reicher Vater sagte: „Wenn du ein erfolgreicher Unternehmer wirst, lernst du eine Freiheit kennen, die nur sehr wenige Menschen kennenlernen werden. Es geht nicht nur darum, viel Geld oder Freizeit zu haben. Es geht mehr darum, keine Angst mehr vor der Angst selbst zu verspüren.“

„Freiheit von der Angst vor der Angst?“, fragte ich. Er nickte und fuhr fort: „Wenn du einmal genau hinter das Wort Sicherheit schaust, findest du in Wirklichkeit Angst vor allem möglichen, die sich dort versteckt. Das ist der Grund, warum die meisten Menschen sagen: ‚Mach eine gute Ausbildung.‘ Es ist nicht aus der Liebe zum Studium oder zur Wissenschaft. Es ist aus Angst, später keinen guten Job zu bekommen oder nicht genug Geld zu verdienen. Schau dir an, wie die meisten Lehrer die Schüler in der Schule motivieren.

Es ist Motivation durch pure Angst.  Sie sagen: ‚Wenn du nicht lernst, wirst du durchfallen.‘ Sie nutzen die Angst vor dem Scheitern, um Schüler zum Lernen zu motivieren. Wenn später an der Uni ein Student seinen Abschluss macht und seine erste Stelle antritt, ist die Motivation wieder Angst. Die Arbeitgeber sagen verbal oder nonverbal: ‚Wenn Sie Ihre Arbeit nicht gut machen, kündigen wir Ihnen schon in der Probezeit.‘ Der Arbeitnehmer arbeitet härter aus Angst, kein Essen auf den Tisch zu bringen oder kein Geld für die Hypothekenzahlungen zu haben.

Der Grund für das Sicherheitsbedürfnis vieler Menschen ist einfach die Angst. Das Fatale mit der Sicherheit ist, dass sie die Angst nicht heilt. Sie wirft einfach eine Decke über die Angst, aber die Angst verschwindet nicht, wie das imaginäre Monster, der unter dem Kinderbett rumort.“ Da ich zu dieser Zeit gerade in der Oberstufe war, konnte ich schon begreifen, was hinter der Aussage steckte, dass man aus Angst studiert. „In der Schule lerne ich nur, weil ich Angst habe, durchzufallen. Ich lerne eigentlich nicht, weil ich neugierig bin und mehr über etwas erfahren möchte. Ich habe solche Angst vor dem Scheitern, dass ich für Fächer pauke, von denen ich weiß, dass ich sie nie wieder brauchen werde.“

Mein reicher Vater nickte und sagte: „Für Sicherheit zu lernen, ist nicht dasselbe, wie für seine Freiheit zu lernen. Menschen, die für die Freiheit lernen, studieren andere Fächer als Menschen, die für Sicherheit lernen.“ „Warum bieten sie in der Schule keine vernünftige Fächerwahl an?“, fragte ich. „Ich weiß es nicht“, sagte mein reicher Vater. „Das Problem in der Schule, Universität und dem Leben ist, dass die Angst immer da ist. Und wenn die Angst immer da ist, dann fühlt man sich selten sicher. Also kauft man mehr Versicherungen. Man überlegt ständig, wie man sich noch besser absichern kann. Man macht sich immer leise Sorgen, auch wenn man erfolgreich ist und nichts zu befürchten hat. Das Schlimmste daran, ein Leben in Sicherheit zu führen, ist, dass man oft zwei Leben führt. Das Leben, das man lebt, und das ungelebte Leben, von dem man weiß, dass man es leben sollte. Das sind einige der Probleme, die das Streben nach Sicherheit mit sich bringt. Das größte Problem von allen ist aber, dass die Angst nicht verschwindet.“

„Unternehmer zu werden bedeutet also, dass man vor nichts mehr Angst mehr hat?“, fragte ich. „Natürlich nicht!“, lächelte mein reicher Vater. „Nur Narren glauben, Unternehmer kennen keine Angst. Angst kommt in unserem Leben immer irgendwie vor. Wer sagt, er oder sie habe keine Angst, ist völlig lebensfremd.“ Was ich meine, ist „Freiheit von der Angst vor der Angst“.

Mit anderen Worten: Sie müssen keine Angst vor der Angst haben.

Sie müssen kein Gefangener der Angst sein.

Robert Kiyosaki

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