• Sie hängen an der Sicherheit Ihres Arbeitsplatzes wie an einem Tropf.
  • Er gab uns die einfache Formel für Reichtum weiter: vier grüne Häuser, ein rotes Hotel.
  • Wählen Sie Ihre Lehrer für das Fach Finanzen klug aus.

In den folgenden Tagen möchte ich Ihnen einige meiner liebsten Ammenmärchen vorstellen. Es gibt alle Arten von Schwindel auf der Welt. Manchmal entdecken wir sie erst, wenn es zu spät ist oder wir ihretwegen einen Fehler begehen – wie bei dem US-amerikanischen Anlagebetrüger Bernie Madoff, der über 60 Milliarden Dollar veruntreute. Und aktuell scheint sich mit Wirecard etwas Ähnliches anzubahnen. Da geht es allerdings nur um 2 Milliarden. Manchmal wissen wir gar nicht, dass wir für dumm verkauft werden, weil wir von der Wiege an dazu konditioniert werden, dass etwas Bestimmtes schon der beste und richtige Weg sei und kein Fehler sein könne.

Dies ist der Erste in einer Reihe von Beiträgen, in denen ich die Ammenmärchen vorstelle, die den meisten Menschen nicht als solche bewusst sind. Als ich aufwuchs, sagte mein sehr gebildeter, aber armer Vater immer: „Geh zur Schule, bekomme gute Noten und finde einen sicheren Arbeitsplatz.“  Mein armer Vater drängte mich, entweder ein gut bezahlter Angestellter oder ein gut bezahlter Freiberufler zu werden, z. B. Arzt, Rechtsanwalt oder Steuerberater. Mein armer Papa war immer hinter einem stabilen guten Gehalt, Sozialleistungen und Arbeitsplatzsicherheit her. Deshalb wurde er auch ein gut bezahlter Landesbeamter.

Mein reicher Vater hingegen hatte keinen Hochschulabschluss. Dennoch war er sehr erfolgreich und sehr vermögend. Mein reicher Vater sagte: „In der Schule lernt man in erster Linie, ein Angestellter zu werden. Wenn du reich werden willst, baue nicht auf die Schule.“ Schon in sehr jungen Jahren lernte ich, dass höhere Bildung nicht automatisch zum Erfolg führt – das war sowieso eines der größten Ammenmärchen überhaupt. Dieses Märchen ist die Grundlage, auf der weitere Hirngespinste aufgebaut sind.

Wie das Ammenmärchen seinen Lauf nimmt
Wenn wir das Leben eines durchschnittlich gebildeten Menschen verfolgen, verläuft seine finanzielle Karriere oft so: Das Kind geht zur Schule, macht seinen Abschluss, findet eine Arbeit und hat bald etwas Geld zum Ausgeben. Der junge Erwachsene kann es sich jetzt leisten, eine Wohnung zu mieten, Elektronik, neue Kleidung, neue Möbel und natürlich ein Auto zu kaufen. Bald flattern die ersten größeren Rechnungen ins Haus.

Eines Tages trifft der Erwachsene einen besonderen Menschen und zwischen beiden funkt es. Sie verlieben sich und heiraten. Für eine Weile ist das Leben wunderbar, denn die beiden können zusammen so billig leben wie einer allein. Mit nur einer Miete können sie es sich leisten, ein paar Euros beiseitezulegen, um den Traum aller jungen Paare – ein eigenes Haus – zu kaufen.  Sie finden ein Haus, ziehen ihr Geld aus den Ersparnissen und verwenden es für eine Anzahlung. Jetzt haben sie ihre erste Hypothek. Weil sie ein neues Haus haben, brauchen sie eine neue Einrichtung. Sie finden ein Möbelgeschäft, das mit den magischen Worten wirbt: „Keine Anzahlung. Einfacher Ratenkauf mit monatlichen Zahlungen.“

Das Leben ist wunderbar, und sie geben eine Party, zu der alle ihre Freunde kommen, um ihr neues Haus, ihr neues Auto, ihre neuen Möbel und ihr neues Spielzeug zu bewundern. Sie sind bereits ordentlich verschuldet. Dann kommt das erste Kind. Nachdem sie das Kind in den Kindergarten gebracht haben, muss dieses Durchschnittspaar nun ranklotzen und zur Arbeit gehen. Sie hängen an der Sicherheit ihres Arbeitsplatzes wie an einem Tropf. Nur, weil sie im Durchschnitt weniger als drei Monatsgehälter als Reserve auf ihrem Konto haben. Danach stehen sie vor dem finanziellen Bankrott. Diese Menschen hört man oft sagen: „Ich kann es mir nicht leisten, zu kündigen. Ich habe Rechnungen zu bezahlen und meine Tilgungen laufen.“

Zur Schule zu gehen, macht Sie nicht automatisch reich
Da ich mich sehr offen gegen das heutige Schulsystem ausspreche, wird mir oft vorgeworfen, gegen Bildung zu sein. Nichts ist weiter von der Wahrheit entfernt. Zu studieren, ist eines der Dinge, auf die allergrößten Wert gelegt wird, um den Grundstein für ein erfolgreiches Leben zu legen. Niemand denkt mehr darüber nach, ob das überhaupt wahr ist. Wenn es zum Beispiel mein größter Wunsch ist, ein guter Mitarbeiter zu werden, kann ich alle erforderlichen wertvollen Fähigkeiten und Einstellungen mit höherer Bildung erwerben. Wenn ich jedoch lernen will, wie ich erfolgreich ein Unternehmen gründen kann, oder wie ich ein Profi werde, der investiert und sein Geld vermehrt, werde ich das sicher nicht an einer normalen Hochschule lernen.

Mein reicher Vater hat mir die ersten Lektionen beigebracht, als er anfing, mit seinem Sohn und mir Monopoly zu spielen. Mein gebildeter, armer Vater hatte nie Zeit für Spiele. Er sagte mir immer: „Geh und lies ein Buch.“ Mir waren die Bücher manchmal egal, aber ich liebte Spiele. Mein reicher Vater nutzte das Monopoly-Spiel für eine Lektion. Er gab uns die einfache Formel für Reichtum weiter: vier grüne Häuser, ein rotes Hotel. Auf diese Weise lernte ich, wie wichtig es ist, in Vermögenswerte zu investieren und dann den aus diesen Vermögenswerten generierten Geldfluss zu nutzen, um noch größere Vermögenswerte zu kaufen. Als mein reicher Vater uns dies lehrte, hatte er noch kein eigenes Hotel, aber später im Leben besaß er eines mitten in einer Touristenhochburg.

Das bedeutet nicht, dass Bildung nicht wichtig wäre. Die meisten Menschen brauchen die Grundlagen, die man in der Schule erhält. Sie bilden eine wichtige Basis für alle Bildung, die danach kommt. Und wenn Sie Lehrer, Anwalt oder Arzt werden wollen, dann müssen Sie natürlich auf die Uni gehen. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich würde nie zulassen, dass ein Chirurg, der kein ordentliches Medizinstudium durchlaufen hat, einen Eingriff an mir vornimmt – ich würde mich auch nicht auf einen Abiturienten verlassen, der mich vor Gericht vertritt. Ich schätze ihren Hintergrund und die Ausbildung, die sie dazu brauchen. Sie lernen aber in der Schule nicht, wie Geld funktioniert. Das erfordert eine andere Art von Bildung. Die Art von Bildung, die Sie brauchen, um zu verstehen, wie Geld funktioniert, nennt sich finanzielle Bildung. Unsere Bildung lehrt uns, Angestellte und nicht unsere eigenen Chefs zu sein. Sie macht uns zu Angestellten und nicht zu Innovatoren.

Das Ammenmärchen, das eine gute Schule Ihnen stets zum Erfolg verhilft, wird überall und immer weiterverbreitet. Was Sie wohlhabend machen kann, ist nicht, zur Schule zu gehen und theoretische Bildung auswendig zu lernen, sondern vielmehr profundes finanzielles Wissen zu erlangen. Sie müssen lernen, wie Geld funktioniert, und wie man es für sich arbeiten lässt.

Wählen Sie Ihre Lehrer für das Fach Finanzen klug aus
Als kleiner Junge, der beide Väter beobachtete, machte ich mir erste Gedanken, was für ein Leben ich führen wollte. Nachdem ich meine Militärzeit beendet hatte, ermutigte mich mein armer Vater, meinen Master und meinen Doktortitel zu machen. Also schrieb ich mich in einen teuren Executive MBA-Kurs ein. Eins meiner Fächer war Rechnungswesen. Im Hörsaal machte mir das Studium keinen Spaß. Ich fühlte mich, als wäre ich wieder in der Schule.

Eines Abends erreichte mein Frust seinen Höhepunkt. „Haben Sie jemals als Buchhalter gearbeitet?“, fragte ich meinen Dozenten für Rechnungswesen. „Ja“, antwortete er. „Ich habe einen BWL-Abschluss.“ „Das ist nicht das, was ich Sie frage“, sagte ich kurz und bündig. „Ich weiß, dass Sie einen Abschluss haben, aber haben Sie jemals als Buchhalter in einem Betrieb gearbeitet?“ Nach einer längeren Pause gab mein Dozent zu: „Nein, das habe ich nicht. Ich habe aber einen Bachelor-Abschluss in Rechnungswesen und mache bald meinen Master.“

„Ich muss Ihnen leider sagen, dass Sie keine Ahnung haben, wovon Sie sprechen. Sie unterrichten mit rein theoretischem Wissen aus einem Lehrbuch. Sie haben das nie im wirklichen Leben eingesetzt und kennengelernt.“ Ich hatte bei meinem reichen Vater als Lehrling gearbeitet. Ich konnte schon den Unterschied zwischen einem Theoretiker und einem Praktiker erkennen.

Im krassen Gegensatz dazu besuchte ich fast zur gleichen Zeit ein Seminar über Immobilien-Investments, das drei Tage dauerte und viel Geld kostete. Der Dozent, der das Seminar leitet, hatte tatsächlich Ahnung vom wirklichen Leben. Er versuchte nicht, uns etwas zu verkaufen. Er führte uns einfach durch seine vielen Investitionen. Er zeigte uns, was er gelernt hatte und wie wir dieses Wissen auf unsere eigenen Immobilieninvestitionen anwenden konnten.

Am Ende der drei Tage sagte er: „Okay, jetzt fängt der eigentliche Unterricht erst an.“ Verwirrt fragten wir, wie das Ende des Seminars erst der Anfang sein könnte. Er sagte: „Sie werden alles erst wirklich lernen und verstehen, wenn Sie die letzten drei Tage in die Praxis umsetzen. Ich möchte, dass Sie in nächsten 90 Tagen 100 Immobilien bewerten. Verfassen Sie zu jeder Immobilie eine einseitige Analyse. Am Ende werden Sie erkennen, welches Objekt dasjenige ist, in das Sie investieren sollten.“

Das tat ich, fand tatsächlich eine passende Immobilie, die ich ohne Anzahlung kaufen konnte, und verdiente daraus damals rund 50 Dollar im Monat. Ich brach meinen Master-Kurs und mein Promotionsvorhaben ab und bereue es bis heute nicht.

Ich habe meine MBA-Kurse abgesagt und nie zurückgeblickt.

Robert Kiyosaki

P.S. Wollen Sie finanziell unabhängig sein und wöchentlich 1.168 € oder sogar 2.551 € zusätzlich verdienen? Ich erkläre Ihnen in meiner Hauptausgabe des „Rich Dad Poor Dad Newsletters“ welche wenige Dinge dafür nötig sind! Wer sich noch heute anmeldet, erfährt meine 29 Geheimnisse, die die Reichen nutzen. Klicken Sie hier um direkt zu beginnen!