• Wenn Sie vermögend werden wollen, dann brauchen Sie nur eins zu beherzigen.
  • Es gibt Vermögenswerte, die sich als Verbindlichkeiten herausstellen.
  • Ihr Eigenheim oder Eigentumswohnung ist aus meiner Sicht überhaupt kein Vermögenswert.

Es gibt viele Finanzberater, die Ihnen erzählen, der einzige Weg aus Schulden herauszukommen, bestehe darin, die EC-Karte wegzuwerfen, auf den täglichen Kaffee oder das Glas Bier zu verzichten. Verkürzt sagen sie nur: Hört auf auszugeben und fangt an zu sparen! Es gibt viele Gründe, warum ich persönlich diesen Rat nicht befolge. Ich bin nicht überzeugt, dass dieser Rat hilft, am Ende reich zu werden. Sparen allein reicht dazu nicht aus. Wenn Sie vermögend werden wollen, dann brauchen Sie nur eins zu beherzigen – und das ist die Regel Nummer 1: Kenne den Unterschied zwischen Verbindlichkeit und Vermögenswert! Es klingt vielleicht zu einfach, aber die meisten Menschen haben keine Ahnung, wie tief greifend diese Regel wirkt. Die meisten Menschen treten finanziell auf der Stelle, weil sie den Unterschied zwischen einem Vermögenswert und einer Verbindlichkeit nicht kennen.

Mein reicher Vater sagte immer wieder: „Reiche Menschen erwerben Vermögenswerte. Die Armen und die Mittelschicht erwerben Verbindlichkeiten, die sie für Vermögenswerte halten.“ Ich habe immer wieder große Schwierigkeiten dabei, dies anderen Erwachsenen zu erklären. Seit ihrer Kindheit haben sie immer das Gegenteil gehört. Sie sind von den Worten vieler Fachleute geprägt wie Banker, Steuerberater, Immobilienmakler, Versicherungsvertreter, Vermögensberater. Aber auch Eltern, Freunde, Familie und natürlich die Lehrer stoßen in das gleiche Horn. Niemand sagt, dass es Vermögenswerte gibt, die sich bei genauem Hinschauen als Verbindlichkeiten herausstellen.

Was ist ein eigentlich ein Vermögenswert?
Die Definition meines reichen Vaters von „Vermögen“ ist anders als die, die Sie von Ihrem Steuerberater hören. Ihr Steuerberater wird Ihnen sagen, dass ein Vermögenswert „ein Gut sei, dem ein Wert zugeschrieben ist und das einer natürlichen Person oder einem Unternehmen gehört“. Nach dieser Definition könnten Sie auch Ihren Staubsauger und Ihr Alltagsgeschirr als Vermögenswert einstufen! Die meisten Steuerberater verzweifeln an meiner Definition von Vermögen, weil sie immer gelernt haben, Ihre Aktien, Ihren Schmuck, Ihre Immobilie, Ihre Autos und Ihre Investmentfonds als Vermögenswerte zu klassifizieren. Für mich hat keines dieser Dinge einen Wert bis zu dem Tag, an dem sie Sie hoffentlich auch mit einem Gewinn verkaufen.

Hier ist stattdessen meine Definition: Ein Vermögenswert ist etwas, das Ihnen bares Geld bringt, egal ob Sie arbeiten oder nicht. Warum sollten Sie sich an diese Definition halten? Weil ein Staubsauger, einige Teller und Kochschüsseln Sie Ihrem finanziellen Traum nicht näherbringen. Im Gegensatz dazu stehen Vermögenswerte, die Ihnen bares Geld bringen – unabhängig davon, ob Sie als Angestellter arbeiten oder nicht.

Was ist eine Verbindlichkeit?
Auch hier wehre ich mich gegen die traditionelle Definition von Verbindlichkeit. Die meisten Steuerberater werden Ihnen sagen, dass eine Verbindlichkeit „eine Verpflichtung gegenüber Gläubigern ist, den Betrag zu zahlen, den Sie den Gläubigern schulden“. Meine Definition ist radikal anders und einfach: Eine Verbindlichkeit ist etwas, das Ihnen bares Geld aus der Tasche zieht.

Sehen Sie den Unterschied? Die meisten würden einen Mercedes als Vermögenswert oder als etwas Werthaltiges ansehen. Ich würde den Mercedes jedoch als Verbindlichkeit zählen, weil er Ihnen jeden Monat bares Geld aus der Tasche zieht. „Aber er ist doch bezahlt!“, werden Sie einwenden. Der Autokredit kann bereits getilgt sein, aber wie sieht es mit Benzin, Wartung, Reparaturen, Kfz-Steuer und Versicherungen aus?

Der größte Streit bricht aber aus, wenn ich Erwachsenen sage, dass ihr Haus oder ihre Eigentumswohnung aus meiner Sicht überhaupt kein Vermögenswert ist. Dafür erhalte ich immer viel Kritik. Vor allem in Zeiten eines Immobilienbooms, wenn Menschen Kredite möglichst ohne Eigenkapital für ihren Hauskauf aufnehmen. Erst wenn der Immobilienmarkt wieder einmal zusammenbricht und die Menschen herausfinden, dass sie für ihr Haus mehr Schulden haben, als es wert ist, beginnen sie zu verstehen, dass ihr Haus am bitteren Ende kein wirklicher Vermögenswert ist. Wenn Sie so etwas noch nicht erlebt haben, hoffe ich sehr, dass Sie nie in eine solche Lage geraten.

Unnötige Ausgaben
Kennen Sie auch unnötige oder ungeplante Ausgaben, die einem einfach nur Geld aus der Tasche ziehen. Einfacher gesagt: Unnötig ist nicht etwas, was man braucht, sondern etwas, das man will. Betrachten Sie als unnötig den täglichen Gang zu Starbucks oder Ihrem Lieblingscafé für einen Milchkaffee oder das Paar Schuhe, das Sie „einfach haben mussten“. Betrachten Sie bitte diese Ausgaben auch als eine Art Verbindlichkeit. Diese Gewohnheit wird für Sie zu einer Art Verbindlichkeit, weil sie Ihnen immer wieder bares Geld aus der Tasche zieht. Eine Verbindlichkeit ist auch etwas, das man immer wieder und nicht nur einmalig bezahlt.

Unnötiges kann Sie in große Schwierigkeiten bringen, wenn sie zu echten Verbindlichkeiten werden. Wie kann das passieren? Nehmen wir zum Beispiel an, Sie bezahlen die Hochzeit Ihrer Tochter. (Nehmen Sie mir dieses Beispiel bitte nicht übel!) Sie bezahlen das Hochzeitskleid, mieten einen Veranstaltungsort, bezahlen das Essen und so weitere. Plötzlich stellen Sie fest, dass sich diese scheinbar einmaligen Ausgaben zu einer großen Ausgabe entwickeln, die Sie über mehrere Monate vielleicht sogar über Jahre hinweg belasten. Nun wird aus „Unnötigem“ eine richtige Verbindlichkeit, die Sie wie alle anderen Verbindlichkeiten und Verpflichtungen auch berücksichtigen müssen.

Mehr Finanzkompetenz
Die Lösung besteht nun nicht darin, alle Ausgaben für Dinge, die Ihnen Freude bereiten, zu stoppen. Die Lösung besteht darin, Ihre eigene Finanzkompetenz, und damit in der Folge auch Ihr Einkommen, zu verbessern, damit Sie weiterhin unbesorgt Milchkaffee trinken, ein Stück Kuchen und Dinge wie die Hochzeit Ihrer Tochter bezahlen können. Gleichzeitig bauen Sie sich ein sicheres Fundament für Ihre finanzielle Zukunft auf. Vielleicht denken Sie jetzt: „Leicht gesagt, wenn man so viel verdient wie Sie. Aber was ist mit mir? Ich hangele mich von Gehaltszahlung zu Gehaltszahlung!“

Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Aber wissen Sie, meine Frau und ich haben das alles schon einmal durchgemacht. Als wir frisch verheiratet waren, waren wir sehr arm. Wir hatten nichts als Schulden. Manchmal übernachteten wir in unserem Auto oder auf der Couch eines Freundes. Während dieser Zeit waren wir Tag und Nacht damit beschäftigt, unser eigenes Unternehmen aufzubauen. Dann stellten wir unsere erste Buchhalterin ein. Sie hieß Else.

Else war großartig. Sie ordnete unsere Finanzen und sorgte dafür, dass wir uns über unsere finanzielle Situation nichts mehr vormachen konnten. Das Einzige, worüber Else und wir nicht einer Meinung waren, war unser Wunsch, unser eigenes Gehalt zuerst voll auszuzahlen. Jeden Monat wiesen wir sie auch noch an, von unserem eigenen Gehalt 30 Prozent zu nehmen und für unsere persönlichen Rücklagen, Geldanlagen und auch Spenden zu verwenden. Jeden Monat stöhnte Elsa, was für eine schlechte Idee das sei (vor allem, wenn das Geld nicht immer dafür da war).

Doch wir haben jeden Monat darauf bestanden. Entsprechend erfüllte Else pflichtbewusst unsere Vorgaben. Als Unternehmer arbeiteten meine Frau und ich weiter daran, neue Wege zu finden, um aus unserer Talsohle herauszukommen. Wir fanden zusätzliche Umsatzquellen oder entwickelten neue Produkte. Wir kämpften uns langsam nach vorn. Und am Ende konnten wir uns nicht nur unsere Gehälter auszahlen, sondern auch all unsere Gläubiger befriedigen. Else war zwar immer wieder dem Herzinfarkt nahe, aber am Ende hat alles funktioniert! Ende gut, alles gut.

Die gute Nachricht ist, dass Sie dasselbe tun können! Wenn Sie sich unsere Philosophie zu eigen machen, in Geldangelegenheiten zuerst an sich zu denken, werden Sie überrascht sein, wie schnell Ihr Geldvermögen anwachsen wird. Wenn Sie dann noch angefangen haben, in echte Vermögenswerte zu investieren, beginnt der eigentliche Spaß. Sie können dann getrost dieses neue zusätzliche Einkommen verwenden, um „Unnötiges“ wie Autos und Urlaubsreisen zu bezahlen. Aber bitte erst dann, wenn Ihr neues Einkommen aus Geldanlagen auch dazu ausreicht.

Robert Kiyosaki

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