• Die Vergangenheit garantiert nichts für die Zukunft.
  • Jedes Mal verursachte das Geld einen kurzfristigen Wirtschaftsboom.
  • Was ist, wenn die Party vorbei ist?

In seinem Buch„Kollaps: Warum Gesellschaften überleben oder untergehen“erklärt der amerikanische Bestsellerautor und Professor Jared Diamonds, wie Klimawandel, Bevölkerungsexplosion und politische Zwietracht die Bedingungen für den Zusammenbruch einer Zivilisation schaffen.

Diamonds Position erinnert mich an ein Zitat eines der einflussreichsten Zukunftsforscher, Joel Barker, der sagte: „Die Vergangenheit garantiert nichts für die Zukunft, wenn sich die Bedingungen ändern.“

Meine Rich Dad Company gibt es seit 1997. Wir hatten erstaunliche Erfolge und haben das Leben von Millionen von Menschen verändert. Wir haben uns auf unsere Mission konzentriert, das finanzielle Wohlergehen der Menschheit zu erhöhen. Wir haben dazu jeden verfügbaren Kanal genutzt. Wir boten Bücher zum Lesen, Brettspiele zum Spielen, Seminare zur Teilnahme und sogar Trainer an, die Menschen ganz persönlich durch unseren Prozess führten.

Und obwohl wir weltweit Erfolge feiern durften, wurde uns klar, dass sich die Welt verändert. Wir konnten uns nicht mehr auf unsere früheren Erfolge verlassen. Um uns mit mehr Menschen zu verbinden, mussten wir versuchen, mit weniger mehr zu erreichen. Wie könnten wir die Botschaften meines reichen Vaters zu mehr Menschen bringen? Wie könnten wir es besser machen, und das für weniger Geld? Wenn wir einen Weg mit geringeren Kosten finden könnten, könnten wir auch mehr Menschen erreichen.

Für uns sind die neuen Technologien und die explosionsartige Nutzung von Apps auf Smartphones eine Riesenchance, ein neues, jüngeres und technisch affines Publikum anzusprechen, während wir gleichzeitig sicherstellen, dass wir weiterhin auch unseren bisherigen loyalen Kunden dienen.

Hätten wir uns nicht weiterentwickelt, wäre The Rich Dad Company meiner Meinung nach genauso zusammengebrochen wie die Zivilisationen, über die in Jared Diamonds Buch geschrieben wird. Ich befürchte, dass die USA und die westliche Welt auch auf einen totalen Zusammenbruch zusteuern, wenn wir nicht die Art und Weise ändern, wie wir die Dinge derzeit handhaben.

Was die westliche Welt erfolgreich machte, kann sie auch erfolglos machen
Nach 1971 und dem Tod des US-Dollars durch die Abschaffung der Goldbindung wurde Geld zu Schulden. Damit die Wirtschaft expandieren konnte, sollten Sie und ich Schulden machen. Deshalb kamen Kreditkarten mit der Post und es gab Kredite für Eigenheimfinanzierungen auch für Menschen, deren Kreditwürdigkeit nicht gerade überragend war. Im selben Jahr warnte mich mein reicher Vater, dass sich die Regeln des Geldes geändert hätten. Er sagte: „Der Dollar ist jetzt offiziell Monopoly-Geld. Die Regeln von Monopoly sind jetzt die neuen Regeln des Geldes in dieser Welt.“

Damals hatte ich keine Ahnung, was er meinte. Ein paar Tage, nachdem ich seinen Brief erhalten hatte, fand ich zufällig ein abgegriffenes Monopoly-Spiel. Da ich das Spiel viele Male gespielt hatte, habe ich mir nie wirklich die Mühe gemacht, mir die Regeln genauer anzusehen. Aber als ich mich an die Worte meines reichen Vaters erinnerte, dass die Monopoly-Regeln die neuen Regeln des Geldes seien, begann ich, das Regelwerk einmal bewusst durchzulesen: „Die Bank geht nie bankrott. Wenn der Bank das Geld ausgeht, kann sie einfach so viel Geld schaffen, wie sie braucht. Sie schreibt einfach auf ein gewöhnliches Blatt Papier den erforderlichen Geldbetrag. Sooft sie es für nötig hält.“ Das ist alles.

Der Grund, warum für mich die gegenwärtige Finanzkrise so schwerwiegend ist, liegt darin, dass die Monopoly-Regeln in gültige Gesetze gefasst wurden und es nun Banken und Börsen erlauben, Schulden attraktiv zu verpacken und sie der Welt als Vermögenswerte zu verkaufen.

Kein Gold, keine Stabilität
Seit 1971, als der US-Dollar nicht mehr mit Gold verheiratet war, begannen massive Geldsummen und Kreditvergaben die Weltwirtschaft zu destabilisieren und tun dies auch heute noch.

Im Oktober 1973, zwei Jahre nachdem Nixon den Dollar aus dem Goldstandard herausgenommen hatte, löste das arabische Ölembargo den ersten Ölschock der Welt aus. Nachdem Öl über 20 Jahre lang zwischen 2,82 und 3,56 Dollar pro Barrel gehandelt worden war, stieg es 1974 auf 10,10 Dollar pro Barrel. Wäre der Dollar immer noch an Gold gebunden gewesen, hätte ein solcher Preisanstieg nicht durchgehalten werden können. Die vielen Dollars, die dann an die arabischen Öllieferanten geflossen wären, hätten Amerika in den Bankrott getrieben. Amerika hätte den Import von Öl gestoppt und schließlich wären die Ölpreise gesunken. Das ist der stabilisierende Effekt, den Gold auf den Welthandel hatte. Aber da der Dollar nicht mehr an Gold gebunden war, druckten die USA einfach immer mehr Dollars, um das Öl zu importieren. Je mehr Dollars gedruckt wurden, desto höher stieg der Ölpreis.

Diese Flut von „Petrodollars“ in die arabische Welt musste dann irgendwo hingehen. Die Volkswirtschaften der arabischen Welt waren zu klein, um das ganze Geld in ihren Ländern investieren zu können. Also flossen diese „Petrodollars“ zurück zu US-Banken, vor allem zu ihren Londoner Niederlassungen, und wurden als „Eurodollars“ bekannt. Eurodollars sind US-Dollars, die offshore gehalten werden, also außerhalb der Gerichtsbarkeit der US-Regierung. Mit anderen Worten: Eurodollars müssen nicht den US-Gesetzen gehorchen.

All diese Eurodollars wurden nun zu einer großen Belastung für die Banken. Die Araber wollten dafür Zinsen, sodass die Banker für riesige Summen Kreditnehmer finden mussten. Die Lösung bestand darin, Eurodollars an ölimportierende Nationen zu verleihen, die verzweifelt Geldquellen suchten. Das erste Ziel waren die Länder in Lateinamerika. Die Kapitalzuflüsse lösten dort einen Wirtschaftsboom aus. Im Jahr 1980 expandierten die mexikanische und die brasilianische Wirtschaft um jeweils 9 Prozent. Als die Kreditnehmer, die lateinamerikanischen Staaten, die Schulden nicht zurückzahlen konnten, brach der Boom zusammen. Bis 1984 beantragten alle Länder Lateinamerikas, mit Ausnahme Kolumbiens und Paraguays, eine Umschuldung ihrer Schulden. Und auch jetzt steht gerade ein Schuldenschnitt von 50% mit Argentinien und seinen Gläubigern zur Diskussion.

Um die Banken zu schützen, die diesen Nationen Geld geliehen hatten, bürgten der IWF und auch andere Banken für diese Banken und ließen die lateinamerikanischen Staaten und deren Bevölkerung tief verschuldet zurück. Mit anderen Worten, der IWF und andere Banken stürzten sich auf die Rettung der Banken, die in vollem Bewusstsein des Risikos Gelder an schwache Länder verliehen hatten. Genau das hat auch die amerikanische Zentralbank gemacht, als sie den großen Banken in Amerika zu Hilfe eilten. Am Ende blieben Amerika und seine Bevölkerung geschwächt und hoch verschuldet zurück.

Diese überbordende Kreditvergabe stoppte nicht in Lateinamerika. Die Krise rollte weiter nach Mexiko, Asien, Russland, Brasilien und jetzt in die Vereinigten Staaten. Das Verbrechen oder das fahrlässige Verhalten, wie es freundlicher genannt wird, besteht darin, dass der IWF den Banken, die skrupellos Geld an Subprime-Nationen, also Ländern mit geringer Bonität, verleihen, ebenso aus der Patsche hilft, wie die großen amerikanischen Banken Hauskäufern mit geringer Bonität in Amerika Geld geliehen haben und die amerikanische Zentralbank Fed ihnen aus der Patsche hilft.

Jedes Mal, wenn dieses heiße Geld oder diese Kredite in eine Wirtschaft fließen, verursacht das Geld einen kurzfristigen Wirtschaftsboom. Wenn die Wirtschaft die Schulden nicht zurückzahlen kann, verlässt das Geld wieder das Land. Übrig bleibt dann eine Wirtschaft künstlich aufgebläht mit Schulden. Neue Fabriken stehen leer, die Preise für Vermögenswerte brechen ein und die örtlichen Banken taumeln in den Ruin.

Ist die Party bald vorbei?
Historisch gesehen kehrte jedes Mal, wenn Regierungen ihr eigenes Geld gedruckt haben, dieses Geld schließlich zu seinem wahren Wert zurück: null. Wird das Gleiche mit dem Dollar, dem Yen, dem Peso, dem Pfund und dem Euro geschehen? Wird sich die Geschichte wiederholen?

Jetzt höre ich viele stolze Amerikaner, Europäer und vor allem Deutsche sagen: „Das wird nicht passieren. Unser Geld wird niemals auf null gehen.“ Leider geschah genau das schon viele Male. In Amerika druckte während des Unabhängigkeitskrieges im 18. Jahrhundert die amerikanische Regierung eine Währung, die als „Kontinental-Dollar“ bekannt war. Nachdem die Regierung zu viele Kontinentalwährungen gedruckt hatte, war das Vertrauen in diese Währung schnell dahin. Es kam zu einer Währungsreform, die praktisch zur Enteignung der Inhaber dieser Währung führte. In Deutschland wurde während der Hyperinflation Anfang des 20. Jahrhunderts die Reichsmark als Schubkarrengeld bezeichnet. Man brauchte im Dezember 1923 eine Schubkarre, um die Geldbündel zur Bezahlung eines Hühnereis zu transportieren.

Was ist, wenn die Party vorbei ist? Werden Rettungsaktionen uns retten? Ironischerweise werden mit jeder Rettungsaktion unsere Staatsschulden größer. Wir zahlen mehr Steuern, die Reichen werden reicher, und der Wert unseres Geldes nähert sich dem Nullpunkt. Jedes Mal, wenn unsere Regierungen mehr und mehr Geld drucken, wird unser Geld weniger wertvoll. Wir arbeiten immer härter für immer weniger und unsere Ersparnisse werden immer weniger wert.

Ich sage nicht, dass die heutigen Monopoly-Gelder zwangsläufig auf null sinken werden. Ich sage auch nicht, dass es nicht so kommen wird. Doch wenn sich die Geschichte wiederholt und der US-Dollar, der Euro oder der Yen auf null zurückgehen, wird das weltweite Chaos katastrophal sein. Es wird der größte Vermögenstransfer in unserer Geschichte sein. Die Reichen werden reicher werden. Und die Armen werden mit Sicherheit ärmer werden. Die Mittelschicht wird ausgelöscht werden.

Robert Kiyosaki

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