• Die Entstehung der Steuern ist eine interessante Geschichte
  • Der Ruf nach höheren Steuern tut nur denen weh, die am lautesten schreien
  • Ein kurzer Blick verrät Ihnen, warum das System die Reichen nicht bestrafen kann

Ich erinnere mich daran, wie sie uns in der Schule die Geschichte von Robin Hood und seiner fröhlichen Bande Gesetzloser erzählten.

Mein Lehrer dachte, es sei eine wundervolle Geschichte. Ein romantischer Held bestahl die Reichen, um es den Armen zu geben.

Mein reicher Vater betrachtete Robin Hood nicht als Held. Er nannte Robin Hood einen Gauner.

Die Geschichte von Robin Hood ist lange noch nicht tot – auch seine Anhänger leben weiter.

Häufig höre ich Leute sagen: „Warum bezahlen nicht die Reichen dafür?“ oder „Die Reichen sollten mehr Steuern zahlen und ihr Geld unter den Armen verteilen.“

Es ist diese Robin-Hood-Idee – von den Reichen nehmen, um es den Armen zu geben –, die den Armen und der Mittelklasse die größten Bauchschmerzen beschert.

Der Grund für die dermaßen hohe Besteuerung der Mittelklasse liegt in der Robin-Hood-Theorie.

In Wahrheit werden die Reichen nicht besteuert. Die Mittelklasse bezahlt für die Armen.

Um komplett zu verstehen, wie die Dinge liegen, müssen wir einen Blick auf die Geschichte der Steuern werfen.

Mein reicher Vater erklärte seinem Sohn Mike und mir, dass es in England und Amerika ursprünglich keine Steuern gab. Es gab nur gelegentlich vorübergehende Steuern, um Kriege zu finanzieren. Der König oder Präsident verbreitete die Kunde und verlangte von jedem, etwas „beizusteuern“.

In Großbritannien wurden von 1799 bis 1816 Steuern für den Kampf gegen Napoleon erhoben.

Und in Amerika, um den Bürgerkrieg von 1861 bis 1865 zu bezahlen.

1874 machte England die Einkommenssteuer zu einer dauerhaften Abgabe für seine Bürger.

1913 wurde eine Einkommenssteuer durch den 16. Zusatzartikel zur Verfassung zu einer permanenten Steuer in den Vereinigten Staaten.

In einer früheren Zeit waren die Amerikaner gegen die Einführung von Steuern. Die Regierung der Vereinigten Staaten brauchte ungefähr 50 Jahre, um ihren Bürgern die Idee einer regelmäßigen Einkommenssteuer zu verkaufen.

Was diesen historischen Fakten nicht gelingt, ans Licht zu bringen, ist die Tatsache, dass beide Steuern ursprünglich nur von den Reichen erhoben wurden. Das war der Punkt, den uns unser reicher Vater zu verstehen geben wollte.

Die Idee der Steuern wurde popularisiert, indem man den Armen und der Mittelschicht erzählte, dass Steuern als Bestrafung für die Reichen geschaffen wurden. Deshalb stimmte die Mehrheit für das Gesetz.

Auch wenn es eigentlich die Reichen belangen sollte, bestrafte es am Ende die Armen und die Mittelklasse.

„Sobald der Staat vom Geld gekostet hatte, wuchs sein Appetit danach“, sagte mein reicher Vater. „Dein Vater und ich sind das genaue Gegenteil voneinander. Er ist ein Staatsbürokrat und ich bin Kapitalist. Unsere Entlohnung und unser Erfolg werden an komplett gegensätzlichen Tätigkeiten gemessen. Er wird bezahlt, um Geld auszugeben und Leute anzustellen. Je mehr er das tut, desto größer wird die Organisation. In der Regierung schätzt man große Organisationen.

Auf der anderen Seite bin ich: Je weniger Menschen ich anstelle und je weniger Geld ich ausgebe, desto mehr schätzt man mich. Darum mag ich keine Leute von der Regierung. Sie haben andere Zielsetzungen als die meisten Geschäftsleute. Je mehr der Staat wächst, desto mehr Steuergelder benötigt er, um sich selbst zu unterhalten.“

Seit ich zehn Jahre alt war, hörte ich von meinem reichen Vater, dass Staatsangestellte eine „Bande fauler Diebe“ seien. Und mein armer Vater sagte mir, dass die Reichen gierige Ganoven seien, die man mehr Steuern zahlen lassen sollte.

Beide Seiten hatten gute Argumente.

Es war schwierig, für einen der größten Kapitalisten der Stadt zu arbeiten und dann zu einem Vater nach Hause zu kommen, der eine berühmte staatliche Führungskraft war. Es war nicht leicht, herauszufinden, welchem Vater ich glauben sollte.

Wenn man sich allerdings die Geschichte der Steuern anschaut, taucht eine interessante Perspektive auf. Die Einführung von Steuern war also nur deshalb möglich, weil die Masse glaubte, dass es nach der Devise geschah: „Nimm von den Reichen und gib es allen anderen“.

Das Problem war, dass der staatliche Hunger nach Geld so sehr wuchs, dass die Steuern bald auch von der Mittelschicht entrichtet werden mussten, und von dort aus hörte es nicht mehr auf, nach unten weiter zu sickern.

Aber die Reichen sahen eine Chance, denn sie spielen nicht nach denselben Regeln. Die Reichen wussten von Unternehmen.

Es ist das Wissen von den Rechtsformen der Unternehmen, das den Reichen einen Riesenvorteil verschafft.

Ergebnis: Egal was sich die „Nehmt von den Reichen“-Meute ausdachte, die Reichen fanden immer einen Weg, sie auszutricksen.

Darum fielen die Steuern letztlich auf die Mittelschicht zurück. Die Reichen überlisteten die Intellektuellen lediglich, weil sie die Macht des Geldes verstanden, ein Thema, das man in den Schulen nicht lehrt.

Wie haben die Reichen die Intellektuellen ausgetrickst? Sobald die „Nehmt von den Reichen“-Steuer erlassen war, wurde Bargeld in die Staatskasse gespült.

Anfangs waren die Menschen glücklich. Das Geld wurde unter den staatlichen Angestellten und den Armen verteilt. Aber das Problem war die Verwaltung des Geldes. Das Ideal des Staates liegt darin, finanzielle Überschüsse zu vermeiden. Gelingt es einem nicht, die zugeteilten Mittel auszugeben, wird einem unter Umständen das Budget gekürzt.

Als dieser Zyklus staatlichen Geldausgebens voranschritt, wuchs die Nachfrage nach Geld.

Also wurde die „Besteuert die Reichen“-Idee angepasst, um nun auch kleinere Einkommen mit einzuschließen, bis hin zu denen, die ursprünglich für die Idee abgestimmt hatten – nämlich die Armen und die Mittelklasse.

Der Kampf zwischen Besitzenden und Nicht-Besitzenden tobt seit Jahrhunderten. Die Schlacht wird niemals enden.

Leider verlieren die, die schlecht gebildet sind: also all diejenigen, die jeden Morgen aufstehen, pflichtbewusst zur Arbeit gehen und Steuern zahlen.

Würden sie nur die Art und Weise verstehen, wie die Reichen das Spiel spielen, so könnten sie es auch. Dann wären sie auf dem Weg zu ihrer eigenen finanziellen Unabhängigkeit.

Deshalb zucke ich jedes Mal zusammen, wenn ich höre, wie Eltern ihren Kindern raten, zur Schule zu gehen, um einen sicheren Job zu bekommen. Ein Angestellter mit einem sicheren Job und ohne finanzielle Begabung kann nicht entkommen.

Durchschnittliche Amerikaner arbeiten heute vier bis fünf Monate für den Staat, nur um ihre Steuern zu erwirtschaften. Meiner Meinung nach ist das einfach zu lang. Je härter man arbeitet, desto mehr zahlt man dem Staat.

Jedes Mal, wenn die Menschen versuchen, die Reichen zu bestrafen, dann fügen diese sich nicht einfach. Sie reagieren. Sie haben das Geld, die Macht und das Interesse, Dinge zu verändern. Sie sitzen nicht einfach da und bezahlen freiwillig mehr Steuern.

Sie machen von ihren Ressourcen Gebrauch, um Veränderung herbeizuführen.

Die Armen und die Mittelschicht verfügen nicht über dieselben Ressourcen. Sie lassen sich vom Staat die Nadel in den Arm rammen und erlauben, dass er ihnen das Blut aus den Adern saugt.

Heute bin ich schockiert über die Zahl von Menschen, die mehr Steuern zahlen oder weniger Abzüge beanspruchen, weil sie Angst vor dem Staat haben.

Mein armer Vater wehrte sich nie dagegen. Mein reicher Vater ebenso wenig. Er spielte das Spiel nur geschickter.

Robert Kiyosaki

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