• Kehren wir zum Goldstandard zurück?
  • Darum liebe ich Gold und Silber 

Was geschieht gerade mit dem Gold? Diese Frage stellt man mir häufiger als alle anderen. Offen gestanden, weiß es weder ich noch sonst irgendjemand. Viele von Ihnen wissen, dass ich Goldliebhaber bin. Ich liebe Gold und Silber, denn es befindet sich außerhalb des Zentralbankensystems.

Dennoch will ich Ihnen – bezüglich Ihrer Abhängigkeit von der Inflationsrate und der Reaktion der US-Zentralbank auf eben diese – eine Antwort auf die Frage geben:

Unter normalen Umständen steigt der Goldpreis, wenn die Menschen von höherer Inflation ausgehen. In Zeiten von Inflation kaufen die Leute Gold, denn es neigt dazu, seine Kaufkraft besser beizubehalten als der Dollar (oder andere Währungen).

Liegt die Inflationsrate hoch, benötigt man mehr Dollar, um dieselbe Menge Waren ein Jahr später kaufen zu können. Hingegen ermöglicht es Gold, die gleiche Menge Waren mit der gleichen Menge Gold zu erwerben. Ich glaube, jeder, der das liest, kann das gut verstehen.

Der sterbende Dollar

Der US-Dollar beendete sein Dasein als Geld und wurde zu einer Währung im Jahr 1971. 1973, als ich gerade in Vietnam war, verfolgte ich hautnah die Veränderungen der Spielregeln des Geldes durch die Informationen, die mich über die von Panik erfüllten Leben der Südvietnamesen erreichten. Sie wussten, dass der Krieg verloren war – und sie waren auf der Verliererseite.

1971 war der Goldpreis bei 35 Dollar pro Unze fixiert. 1973 sah ich, wie der Preis auf über 80 Dollar die Unze schoss. Als die Nordvietnamesen anfingen, nach Süden zu marschieren, wurde aus Angst Panik. Die Reichen, die auf Seiten der Amerikaner waren, bereiteten sich auf die Flucht vor.

Anstatt sich an den US-Dollar zu klammern, kauften sie alles Gold, das sie in die Hände bekommen konnten. Ein Geheimdienstbericht, den ich erhielt, lautete: „Vertrauen verloren. Menschen zur Flucht bereit. Tauschen Dollar und Piaster gegen Gold.“ Als ich da im Top-Secret-Raum saß, wurde mir klar, dass die Leute Gold wollten. Ich nahm an, sie wüssten, dass Gold ihnen eine Überfahrt in ein anderes Land kaufen könnte. Ich konnte ihr Leid fühlen. Sie wussten, Gold könnte ihnen das Leben retten.

Ich kannte die Fakten. Die Vereinigten Staaten standen kurz davor, den Krieg zu verlieren. Der Feind gewann Boden. Der Dollar fiel international und Gold stieg im Preis. Ich wusste aus dem Geheimdienstbericht, dass die Südvietnamesen in Panik waren und ihre Währung verschleuderten, um an Gold zu kommen. Für mich war diese Entwicklung eine Investitionsmöglichkeit. Mir kam eine Idee …

Wenige Tage später flogen ein Freund und ich nach Norden, genau hinter die feindlichen Linien, in der Hoffnung, etwas Gold kaufen zu können. Unserer Ansicht nach würden die vietnamesischen Goldgräber verzweifelt versuchen, uns ihr Gold zu verkaufen, da die vietnamesische Volksarmee gerade ihr Dorf überrannt hatte. Unserer Ansicht nach würden die Bergarbeiter die Gelegenheit bereitwillig ergreifen, unsere US-Dollars zu bekommen. Unserer Ansicht nach waren wir in einer günstigen Lage, Gold mit einem Preisnachlass zu erwerben. Aufgrund dieser Ansichten und auf der Grundlage weniger Fakten waren wir willens, einige Regeln zu brechen und unser Leben zu riskieren, um ein paar Dollar zu verdienen.

Aber, anstatt dass mir dieses Unterfangen etwas einbrachte, wurde ich dabei beinahe umgebracht. Anstatt Gold zu einem günstigen Preis zu kaufen, lernte ich eine wertvolle Lektion über Gold und Währungen. An diesem Tag fand ich heraus, dass der Preis des Goldes wirklich auf der gesamten Welt der gleiche ist. An diesem Tag lag er bei 82 Dollar die Unze. Ich fand heraus, dass, egal ob ich das Gold in US-Gebiet oder auf dem Territorium der Vietnamesischen Volksarmee kaufte, der Preis derselbe war.

Sich hinter feindliche Linien zu wagen in der Hoffnung, billig Gold kaufen zu können, ist ein perfektes Beispiel dafür, aus Dummheit schlau zu werden. Als ich da streitend mit einer alten Frau, deren Zähne vom Betelnusskauen rot waren, vor dieser Bambushütte, in der die Mine ihr Gold verkaufte, stand, bekam ich eine Lektion in internationale Finanzen. Auch wenn ich sie nicht fragte, bezweifle ich ehrlich, dass diese Frau eine Harvard-Absolventin war. Ich bezweifle, dass sie überhaupt irgendeine Form formaler Bildung genossen hatte, aber sie war eine großartige Lehrerin. Auch wenn sie nicht sehr gut ausgebildet erschien oder bestens gekleidet war, wusste sie Bescheid, als es um den Wert und Preis von Gold ging. Sie war finanziell intelligent und absolut unnachgiebig. Sie ließ nicht zu, dass zwei junge amerikanische Piloten sie mit netten Worten dazu brachten, ihr Gold für ein paar an Wert verlierende Dollars herzugeben.

Bis heute erinnere ich mich lebhaft daran, wie ich vor ihr stand und um einen 5-Dollar-Nachlass stritt. Ich war bereit, 77 Dollar zu bezahlen – nicht den Weltmarktpreis von 82 Dollar. Anstatt unser Geld zu nehmen, schüttelte sie nur unablässig mit dem Kopf und kaute auf ihrer Betelnuss. Sie kannte den Preis. Sie war sich der lokalen und geopolitischen wirtschaftlichen Kräfteverhältnisse in der Welt bewusst. Sie war informiert, wusste Bescheid, sie war gelassen und sie hatte keine Eile, ihr Gold loszuwerden. Sie wusste, die Entwicklungen verliefen zu ihren Gunsten und nicht zu unseren, und dass es Menschen mit einem weitaus brennenderen Bedürfnis nach ihrem Gold gab als zwei Piloten, die ein bisschen Knete machen wollten.

Als mir dämmerte, dass sie nicht nachgeben würde, sagte ich leise zu mir: „Ich bin tot. Heute werde ich sterben, allein hinter den feindlichen Linien, bettelnd um einen 5-Dollar-Nachlass. Niemand wird uns finden. Niemand wird jemals wissen, was uns zugestoßen ist. Wir werden als im Kampf vermisst gelten, ohne uns in einem Kampf befunden zu haben. Ich werde nicht für einen noblen Grund sterben. Ich werde sterben bei dem Versuch, den Preis einer internationalen Handelsware um ein paar Dollar zu senken. Ich werde sterben, weil ich geizig und dumm bin. Wenn ich hier noch länger stehe, werde ich hinterrücks erschossen, streitend mit dieser Frau um einen Preisnachlass. Ich bin so dumm, dass ich verdiene, zu sterben.“

Ich denke oft an diese alte Frau. Zuallererst schaue ich mir die aktuellen Entwicklungen an. Anstatt der Masse hinterherzurennen und Panik zu bekommen, halte ich meine Angst unter Kontrolle und konzentriere mich auf die Markttrends, nicht auf seine kurzfristigen Auf- und Abschwünge. Ich überprüfe die Fakten und gelange zu meiner eigenen Meinung über die Zukunft.

Kreditkrise

Die Welt zittert vor schrecklicher Angst, weil die Banker in Schwierigkeiten sind. Die Banker können ihre eigenen Darlehen nicht mehr an andere Banken zurückbezahlen. Können die Banken keine Darlehen mehr vergeben oder ihre Darlehen zurückbezahlen, beginnt die Wirtschaft zu kollabieren und Leid kommt über die Menschen. Das liegt daran, dass 75 Prozent unseres wirtschaftlichen Wachstums auf Konsumausgaben basiert. Und da wir aktuell die schlechtesten Sparzinsen der Geschichte der Vereinigten Staaten erleben, haben wir keine andere Wahl, als fürs Geldausgeben Geld zu borgen. Versiegen die Kredite – hören die Banken also auf, Geld zu verleihen, oder heben sie die Anforderungen an einen Kreditnehmer – kann der US-Konsument nichts mehr ausgeben. Geben die Konsumenten kein Geld mehr aus, wird die Wirtschaft schwer darunter leiden. Der einzige Weg, zurück zu ökonomischem Wachstum zu kommen, ist, dass wir uns wiederum Geld borgen.

Diese starke Verlagerung auf Kredite wurde nur möglich, da das Geld nach dem Kollaps des Bretton Woods Systems 1971 nicht mehr vom Gold gestützt wurde.

Danach blähten die Kredite die Wirtschaft nicht nur stark auf, sie veränderten auch grundsätzlich ihr Wesen. Der Kapitalismus wurde zum Kreditismus.

Jahrelang händigten die amerikanische Zentralbank, die Weltbank und der Internationale Währungsfonds (IWF) Ländern mit geringer Bonität, also Subprime-Ländern, sowie Subprime-Investoren und Subprime-Debitoren auf der ganzen Welt Kreditkarten aus.

Jetzt leiden sie unter Subprime-Geschäftsführern und CLOs (verzinsten Wertpapieren).

Das heutige Kreditproblem wird in Trillionen von Dollar des „magischen“ Geldes gemessen – Geld geschaffen aus nichts als Luft in der Hoffnung, dass die Menschen auch weiterhin Zinsen zahlen und mehr Geld borgen.

Wir können nun beobachten, wie dieses System langsam zusammenbricht. Von Gier geblendet, senkten Banken und Finanzinstitute ihre Anforderungen und gaben Darlehen an alle aus, die einen Vertrag unterschreiben konnten.

Warum ich Gold mag

Über Jahrtausende hinweg schätzten die Menschen, die Zugang zu Gold und Silber hatten, diese wertvollen Metalle als Zahlungsmittel. Gold und Silber haben einen intrinsischen Wert, das bedeutet, sie können auch für etwas anderes als Zahlungsmittel verwendet werden, zum Beispiel Schmuck. So hatte echtes Geld also intrinsischen Wert. Echtes Geld konnte genau gezählt und bewertet werden. Außerdem konnte man echtes Geld für viele Jahre aufheben. Gold und Silber waren kompakt genug, um sie über lange Strecken zu transportieren.

Heute rufen Millionen von Menschen nach der Rückkehr zum Goldstandard. Mit anderen Worten: Sie wollen die Uhr auf die Zeit vor 1971 zurückdrehen. Obwohl das theoretisch passieren könnte, ist es nicht sehr wahrscheinlich, und die Mühe, die es kosten würde, hätte einen massiven Zusammenbruch des gesamten weltweiten Wirtschaftssystems zur Folge.

Einer der Gründe, für die ich Gold und Silber mag, ist, dass es immer einen Markt für sie gibt. Sie sind relativ liquide und wenn ich Bargeld brauche, kann ich das ziemlich schnell bekommen.

Gold war meine erste richtige Investition als junger Erwachsener. Ich habe in Gold investiert, noch bevor ich mich Immobilien gewidmet habe. 1972, ich war damals 25, kaufte ich die ersten Goldmünzen zu etwa 70 Dollar pro Unze. 1980 näherte sich der Goldpreis bereits 800 Dollar pro Unze. Heute erreicht Gold den Rekordpreis von über 2.000 Dollar pro Unze.

Die Unsicherheit über das aktuelle wirtschaftliche Klima, der sterbende Dollar und eine große Kreditkrise machen all jene, die Gold haben, sehr glücklich.

Robert Kiyosaki

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