• Sind Sie finanziell gebildet?
  • Respektieren Sie die Macht, die Worte haben können …
  • „Ich bin in der High-School zweimal in Englisch durchgefallen.“

Dr. Buckminster Fuller – amerikanischer Architekt, Systemtheoretiker, Autor, Designer, Erfinder und Futurist – predigte die Macht von Worten. Während einer seiner Vorträge sagte er: „Worte sind die mächtigsten Werkzeuge, die von Menschen erfunden wurden.“

In seinem Buch „Critical Path“ schreibt er: „Am Anfang der Industrialisierung war das Wort. Das gesprochene und verstandene Wort beschleunigte die Entwicklung von Informationen und erleichterte den Menschen vieles im Umgang mit den Herausforderungen des Lebens.“

Bevor ich bei Dr. Fuller studierte, hatte ich die Macht der Worte nie respektiert. 1983 war ich 36 Jahre alt und verstand endlich, warum mein armer Vater, ein Berufsschullehrer, solchen Respekt vor Worten hatte.

Ich verstand, weshalb ich in der High-School zweimal in Englisch durchfiel.

Ich hatte die Macht der Worte nie respektiert. Somit habe ich mich nie verändern können. Ich hatte den Ausdruck eines armen Menschen, also blieb ich arm. Meine Grundhaltung war die eines armen Menschen, also war ich auch einer. Endlich verstand ich, was Dr. Fuller mit „Worte sind die mächtigsten Werkzeuge, die von Menschen erfunden wurden“ meinte. Ich begriff, dass Worte Nahrung für unser Gehirn sind – dass sie unsere wichtigste Anlage sind, in die man in jedem Fall investieren sollte. Ich glaube, deshalb wurde 1903 das Finanzvokabular aus dem Bildungssystem gestrichen. Für mich bekam der Bibelvers „Und das Wort wurde zu Fleisch und Blut“ eine neue Bedeutung.

Endlich konnte ich nachvollziehen, warum mein reicher Vater seinem Sohn und mir Ausdrücke wie: „Ich kann es mir nicht leisten“ oder „Ich schaffe das nicht“ verbot. Stattdessen brachte er uns bei „Wie schaffe ich das?“ oder „Wie kann ich es mir leisten?“ zu fragen. Endlich wurde mir klar, dass mein Leben die Summe meiner Worte war.

Ich realisierte, dass ich entweder für immer ein Sklave der Verschwörung bleiben oder die Worte der Verschwörer benutzen musste. An diesem Punkt in meinem Leben verbot ich mir, die Ausdrücke des durchschnittlichen Normalmenschen zu gebrauchen, welche sind:

„Such dir eine gute Arbeit.“

„Spare dein Geld.“

„Lebe unter deinen Möglichkeiten.“

„Investieren ist riskant.“

„Schulden sind schlecht.“

„Mein Haus ist eine Anlage.“

Und andere beliebte Mantras, die mit Geld verbunden sind. Ich wusste, dass mein Ticket aus der Finanzsklaverei darin bestand, finanzielle Wörter und die Sprache des Geldes zu verstehen. 1983 begann ich, mir die Finanzsprache – die Sprache der Verschwörung – anzueignen.

Massenvernichtungswaffen

Warren Buffett bezeichnet Derivate als „finanzielle Massenvernichtungswaffen“. Bis 2007 wussten nur wenige, was ein Derivat ist. Heute haben Millionen von Menschen von Derivaten gehört, wissen aber immer noch nicht, was das Wort bedeutet. Infolgedessen denken die finanziell Unwissenden jetzt, Derivate seien schlecht, gefährlich oder eine hoch entwickelte finanzielle Schöpfung, die nur die Finanzelite nutzen, schaffen oder verstehen kann. Nichts liegt weiter von der Wahrheit entfernt.

Um einen Ratschlag zu wiederholen, den Dr. Fuller von einem Freund aus der Morgan-Familie erhielt: „Der erste Schritt zum Erfolg lautet wie folgt: Mache nie etwas einfach, wenn du es auch kompliziert machen kannst.“ Genau das ist die Vorgehensweise in der Welt der Finanzen: Man beschäftigt sich mit einfachen Sachverhalten und verkompliziert sie.

Durch diese Herangehensweise bekommt die finanzielle Welt einen intelligenten Anschein. Andere Menschen fühlen sich dem gegenüber dumm und das wiederum erleichtert es, ihnen ihr Geld abzunehmen.

Meine Frau und ich gründeten The Rich Dad Company bereits 1997 mit dem hauptsächlichen Ziel, Menschen vor finanziellen Raubtieren zu schützen und sie für fundierte finanzielle Entscheidungen auszurüsten. Unser Ziel war es, Finanzbildungsprodukte wie Spiele, Bücher, Webprodukte, Coachings und fortgeschrittene Finanzbildungsprogramme zu entwickeln. Somit kann sowohl ein Kind als auch ein Doktor unsere Botschaften verstehen.

Derivate sind heute eines der mächtigsten Finanzwerkzeuge der Welt. Das finanzielle Establishment hat sich sehr viel Mühe gegeben, ein großes Mysterium um sie zu errichten. Deshalb kannten bis vor Kurzem nur die wenigsten Menschen die Bedeutung von Derivaten – und fast keiner verstand, warum Warren Buffett sie als Massenvernichtungswaffen bezeichnete. In Wirklichkeit ist das Konzept eines Derivats jedoch nicht kompliziert.

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird schnell deutlich, was ein Derivat ist. Zum Beispiel ist Orangensaft ein Derivat einer Orange. Eine Definition eines Finanzderivats besteht darin, einen Wert aus einem zugrunde liegenden variablen Vermögenswert zu erhalten. Beispielsweise ist eine Stammaktie ein Derivat eines bestehenden Unternehmens wie Apple. Wenn Sie eine Aktie von Apple kaufen, kaufen Sie ein Derivat von Apple. Und wenn Sie einen Anteil eines Investmentfonds kaufen, kaufen Sie ein Derivat dieses Fonds. Fonds sind ein Derivat von Aktien. Somit kaufen Sie dann ein Derivat eines Derivats.

Was Warren Buffett nicht gesagt hat, aber hätte sagen sollen: Derivate sind die Werkzeuge, mit denen die 10 Prozent sich das Geld von den 90 Prozent unter den Nagel reißen. Ich glaube, Buffett meinte, wenn Sie anfangen, in Derivate von Derivaten von Derivaten zu investieren, wird die Anlage letztlich volatiler – also unsicherer.

Nehmen Sie sich zum Beispiel eine Weinrebe her. Die Trauben stammen aus Weinreben. Trauben sind also ein Derivat der Weinrebe. Sie können die Traube essen, was ihrer Gesundheit zugutekommt. Sie können die Trauben auch auspressen und Traubensaft herstellen. Traubensaft ist also ein Derivat der Traube, das ein Derivat der Weinrebe und noch immer gut für ihre Gesundheit ist. Wenn Sie allerdings Wein aus den Trauben herstellen, gewinnt das Derivat Wein an Volatilität.

Werden Sie süchtig nach dem Derivat Wein, sind Sie Alkoholiker. Somit wird das Derivat Wein zur Massenvernichtungswaffe. Ihre Freunde, Familie und Gesundheit leiden darunter. Genauso eine Kettenreaktion ereignete sich während der Finanzkrise. Die Ironie ist, dass viele der Schöpfer dieses giftigen, potenten und volatilen Gebräus von Finanzderivaten immer noch den Laden schmeißen – und immer noch das Hexengebräu kreieren.

Blicken wir in die Geschichte. Denn durch Geschichte können wir die heutigen und zukünftigen Ereignisse besser analysieren und voraussagen. Bis 1971 war der Dollar ein Derivat von Gold. Seit 1971 ist der Dollar ein Derivat von Schulden. Die Basis dieser Schuldverschreibungen, die wir in Form von Staatsanleihen kennen, unterliegt ausschließlich dem Versprechen der amerikanischen Steuerzahler, ihre Rechnungen zu bezahlen. Die großen Fragen, die wir uns heute stellen müssen, sind folgende:

Können sich die Steuerzahler die Billionen von Dollar leisten, um die Reichen aus dem Dreck zu ziehen? Und wie sieht die Zukunft des Dollars aus?

Die wahre Waffe der finanziellen Massenvernichtung ist heute der Dollar.

Das Erstellen eines Derivats ist so einfach wie das Auspressen einer Orange oder einer Traube. Indem Sie die Definition eines Finanzderivats vereinfachen und verstehen, können Sie die Kraft dieses Wortes leicht nutzen. Auch Sie können Ihr eigenes Geld drucken. Sie können zum Beispiel einen Schuldschein mit Zinsen erstellen. Leihen Sie einem Freund 100 Dollar mit der Bedingung, dass er Ihnen nach einem Jahr 10 Prozent Zinsen darauf zahlt und schon haben Sie ein Derivat erschaffen. Das Derivat ist der Zins von 10 Dollar, den Sie in einem Jahr erhalten. Sie haben also 10 Dollar aus Ihren 100 Dollar „herausgepresst“.

Denken wir das mal etwas weiter: Wenn Sie die 100 Dollar nicht haben, dann leihen Sie sich diese zum Beispiel von Ihren Eltern mit einem Zins von 3 Prozent über ein Jahr. Dann geben Sie Ihrem Freund die 100 Dollar. Im folgenden Jahr bekommen Sie 110 Dollar von ihrem Freund. Ihren Eltern geben Sie dann 103 Dollar zurück – somit haben Sie 7 Dollar für Ihre Bemühungen gewonnen. Das heißt Sie haben Geld verdient, ohne welches zu haben. Sie schufen ein Derivat eines Derivats.

Banken gehen genau wie gerade beschrieben vor. Nur auf einer viel höheren Ebene. Sie kreieren ein Derivat in der 3. Instanz: ein Derivat eines Derivats eines Derivats.

Angenommen, Sie legen 100 Dollar auf ein Sparkonto bei einer Bank. Die Bank nimmt Ihre Ersparnisse und erstellt ein Derivat, in welchem sie verspricht, Ihnen 3 Prozent Zinsen pro Jahr zu zahlen. Die Gesetze erlauben der Bank, ihre 100 Dollar über das Teilreservesystem in Vielfachen zu Zinsen zu verleihen, sagen wir 10 Mal bei 10 Prozent Zinsen. Die Bank zahlt Ihnen also 3 Dollar für Ihre 100 Dollar. Durch die Verleihung von 1.000 Dollar (100 × 10 Dollar) zu 10 Prozent Zinsen, verdient die Bank in diesem Beispiel 100 Dollar und zahlt Ihnen 3 Dollar. Dies geschieht in der realen Welt ständig, in jeder Stunde eines jeden Tages.

Ein Grund, warum die Finanzkrise ein solches Ausmaß angenommen hatte, ist, dass die Börsenaufsicht (SEC) den 5 größten Investmentbanken im Jahr 2004 gestattet hat, ihre Teilreserve von etwa 10 auf bis zu 40 zu erhöhen. Wenn Sie einer dieser Banken ihre 100 Dollar gegeben haben, konnten sie somit 4.000 Dollar ausleihen. Und dann konnten Hunderte von kleineren Banken, die dieses Geld geliehen haben, das Zehnfache dieser 4.000 Dollar ausleihen.

Das ganze Geld musste irgendwohin – und schon kamen Hypothekenmakler, die jemanden gebraucht haben, der ihnen den Rücken freihält. Das Subprime-Chaos dehnte sich aus und explodierte dann, was die gesamte Weltwirtschaft zum Erliegen brachte. Derivate waren also nicht das Problem – das Problem waren die gierigen Banken und die Regierung. Um Buffett erneut aus seinem Buch „The Tao of Warren Buffett“ zu zitieren: „Kombinieren Sie Ignoranz mit geliehenem Geld. Die Konsequenzen können interessant werden.“

Robert Kiyosaki

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