Was wird Jerome Powell, der Chef der US-Notenbank, wohl als Nächstes tun?

Wird er Inflationspolitik betreiben, also mehr Geld drucken, oder auf Deflation drängen, die steigende Zinsen und eine Verknappung des Geldangebotes zur Folge hätte? Rettet er den Dollar oder rettet er die Wirtschaft? Fährt er die Versorgung mit Geld nach oben oder steigert er die Nachfrage nach dem Dollar?

Sollte er mehr Geld drucken, sind das für Gold-Fans wie mich tolle Neuigkeiten, aber weniger gute Nachrichten für all diejenigen, die ihr Geld sparen.

Inflation

Genauso wie die Märkte aufschwingen und schrumpfen, steigt und fällt auch die Inflation. Seit vergangenem Februar hat die US-Notenbank die Wirtschaft mit Billionen von Dollars geflutet, um Stabilität und Liquidität zu garantieren. Auf lange Sicht kann dies zur Inflation führen. Der US-Dollar wird an Wert verlieren.

Setzt eine Inflation ein, verliert alles von fragwürdigem Wert seine Kaufkraft, während Dinge mit tatsächlichem Wert dramatisch an Wert gewinnen werden. Das sind vor allem Vermögensgegenstände wie Immobilien, Gold, Silber und Versorgeraktien.

Der Staat hat folgende fünf fundamentale Aufgaben in der Wirtschaft:

1. Steuern eintreiben

2. Geld drucken

3. Geld ausgeben

4. Probleme, die nicht gelöst werden können, vor sich herschieben

5. die Wirtschaft mit Zinssätzen kontrollieren

In den 1990er-Jahren stiegen die Aktienpreise rasant an, weil Inflation und Zinsen niedrig waren. Nimmt die Inflation zu, reagiert der Staat oft mit höheren Zinssätzen. Steigen die Zinsen, bekommt das der Börse in der Regel schlecht. In Zeiten hoher Inflation und hoher Zinsen können Investmentfonds normalerweise keine Wertzuwächse mehr generieren.

Diejenigen unter uns, die sich noch an die späten 1970er-Jahre erinnern, wissen vielleicht noch um die durch die Decke gehende Inflation, Zinsen auf Rekordständen und den Einbruch des Aktienmarktes.

Ich sage nicht, dass so eine Zeit bald wiederkommen wird, aber ich wäre wachsam. Sollte erneut eine Phase hoher Inflation und hoher Zinssätze anbrechen, dann werden Menschen, die sich auf ihre Pensionspläne und Investmentfonds verlassen, ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten bekommen.

Sollte die Inflation ihre hässlichen Krallen ausstrecken, werden Sparer bestraft und Schuldner belohnt, genau wie Ende der Siebziger.

Warum Sparer die Verlierer sind

Der Akt des Sparens war für die vor dem 2. Weltkrieg geborenen Generationen ein probates Mittel, um ein bescheidenes Vermögen zu erwerben. Tatsächlich kannte die Generation, die vor 1900 lebte, kaum Inflation und im Vergleich zu heute auch nur sehr geringe Steuern für große Teile der Bevölkerung.

Seit 1950 sind Sparer immer die Verlierer gewesen, denn seitdem werden Ersparnisse hoch besteuert. Außerdem verschlingt die Inflation zudem einen Großteil der Gewinne. Anfang 2002 lag der Zinssatz für Ersparnisse bei etwa 2 %. Viele Sparer wurden seither wegen dieses Verfalls der Zinsen erheblich geprellt.

Ein Beispiel: Hätte eine Person vor nur wenigen Jahren eine Million Dollar auf der Bank gehabt, hätte er oder sie gut davon leben können. Die Bank zahlte 5 % Zinsen. Der Sparer erhielt 50.000 Dollar Zinserträge vor Steuern. Aber als der Zinssatz auf 2 % fiel, warf die Million nur noch 20.000 Dollar vor Steuern ab. Also mussten die Sparer in nur wenigen Jahren einen Einschnitt von 60 % der Erträge vor Steuern hinnehmen.

Was ich verdeutlichen will, ist, dass der Rat zu sparen einst sinnvoll war und noch immer einen guten Rat für die Mittel- und Unterschicht darstellt. Aber jedem, der reich werden will, würde ich nicht empfehlen, sein Geld auf diese altmodische Weise anzulegen.

Deflation

Stellen Sie sich die globale Wirtschaft als einen großen Heißluftballon vor. Alles lief super, bis am 6. August 2007 zu viel heiße Luft – Schulden – ein Loch in den Ballon riss. Als sich das schreckliche Geräusch des reißenden Ballons verbreitete, begannen Zentralbanken auf der ganzen Welt, noch mehr heiße Luft – also noch mehr Schulen – in den Ballon zu pumpen in dem Versuch, ihn vor dem Erdaufprall zu schützen und eine Depression zu verhindern.

Charles Dickens schrieb in seinem Buch „Eine Geschichte aus zwei Städten“ die berühmten Worte: „Es war die beste und die schönste Zeit, ein Jahrhundert der Weisheit und des Unsinns.“ Erstaunlicherweise hat sich nicht viel geändert, seit Dickens dies 1859 zu Papier brachte.

Für manche Leute würde Deflation eine tolle Zeit bedeuten. Die Lebenskosten würden sinken, da auch die Öl-, Immobilien-, Aktien- und Warenpreise fielen und erschwinglicher würden. Die Zentralbanken und Regierungen dieser Welt, Menschen mit Hoffnungen, Unternehmen und Staaten würden sich stärker verschulden, weil sie sich mehr Geld leihen und dabei Billionen von Dollar in die Wirtschaft zu einem Nullzinssatz pumpen würden – praktisch kostenloses Geld. Für die Wirtschaft wäre die Zeit der Kaufzurückhaltung in einer Deflation dennoch verheerend, weil die Nachfrage einbräche.

Ein letzter Nachsatz zur Geschichte

Die Gründungsväter der USA waren gegen Zentralbanken wie die US-Notenbank. Präsident George Washington erlebte die Unbilden staatlich gemachten Geldes, als er seine Truppe mit dem Continental bezahlen musste – eine Währung, die schließlich ihren wahren Wert erreichte: null. Thomas Jefferson wehrte sich hartnäckig gegen die Gründung einer Zentralbank. Dennoch kontrollieren Zentralbanken heute die Finanzwelt und wir verleihen ihnen die Macht, Finanzkrisen für uns zu lösen. Jene Krisen, an deren Ursprung sie selbst beteiligt sind.

Einfach gesagt kann eine Zentralbank Geld aus dem Nichts erschaffen und uns dann Zinsen berechnen für Geld, das sie nicht verdient hat. Diese Zinsen werden durch Steuern, Inflation und Deflation gezahlt. Sie führen zu Jobverlusten und Entwertung unserer Immobilien. Die Politik der Notenbank ist keine abstrakte Realität. Es ist ein Bündel einflussstarker Handlungen, die Ihr finanzielles Wohlergehen auf ersichtlichem und verstecktem Wege bestimmen.

Jeder, der sich sein eigenes Haus kauft, weiß, dass während der ersten Jahre der Großteil der Hypothekenzahlungen in die Abtragung der Zinsen bei der Bank fließt und nur wenig in die Tilgung. Die Bank erhält ganz effektiv Zinszahlungen für Geld, das sie nicht verdient, sondern aus dem Nichts geschaffen hat.

Indem wir Banken erlauben, mithilfe des Mindestreserve-Systems derart geschickt Geld aus dem Nichts heraus zu schaffen, lassen wir uns unser Vermögen stehlen und unsere Dollars entwerten. Heute drucken die Zentralbanken der Welt Billionen von Dollar, die wir dann in Form von Schulden, Steuern und Inflation abbezahlen. Wenn Sie Ihr Geld schützen wollen, müssen Sie reagieren. Die Zeit des Sparstrumpfs hat definitiv ausgedient.

Robert Kiyosaki

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