Einer der sich widersprechenden Standpunkte meiner beiden Väter war, was Eltern ihren Kindern erzählen sollten. Mein armer Vater sagte mir stets: „Sei in der Schule fleißig und schreibe gute Noten. Bekommst du gute Noten, dann wird es dir gelingen, eine gute Arbeit zu finden. Du wirst zu einem ordentlichen, hart arbeitenden Menschen.“

Während der Zeit, als ich auf die High-School ging, entlockten diese Worte meinem reichen Vater oftmals ein leises Kichern.

Dieser pflegte zu sagen: „Dein Vater ist rechtschaffen und arbeitet hart, aber wenn er weiterhin so denkt, wird er niemals reich werden. Wenn du reich werden willst, dann bemühe dich um Portfolio- und passives Einkommen. So schaffst du es, dein Geld für dich arbeiten zu lassen.“

Die Realität lehrt, dass man wahrscheinlicher reich wird, je weniger man körperlich in seine Arbeit eingebunden ist. Noch einmal: Ich sage nicht, dass Sie nicht hart arbeiten sollen. Ich weise lediglich darauf hin, dass wir heutzutage alle lernen müssen, wie man Geld cleverer verdient, nicht härter. Ich möchte, dass Sie das auch lernen.

Die Leute, die das meiste Geld verdienen, müssen pro Tag am wenigsten Stunden arbeiten. Sie arbeiten am wenigsten, weil Sie für Portfolio- und passives Einkommen arbeiten anstatt für das normale Arbeitseinkommen.

Und wie Sie an dieser Stelle bereits wissen, tut ein wahrer Investor die ganze Zeit nichts anderes, als gewöhnliches Arbeitseinkommen in passives und Portfolio-Einkommen zu verwandeln.

Aktiv vs. Passiv

Es gibt zwei Typen von Investoren: aktive und passive.

Passive Investoren sind diejenigen, die ihr Geld blind anderen anvertrauen und über staatliche Rentenprogramme, steuerbegünstigte Altersvorsorge oder Pensionspläne in den Aktienmarkt investieren. Das sind diejenigen, die pleitegehen, wenn die Börse zusammenbricht.

Aktive Investoren sind professionelle Investoren im I-Bereich des Cashflow-Quadranten. Sie haben einen hohen finanziellen IQ, minimieren ihr Risiko und verstehen die Steuervorteile des Investierens.

Einkommensarten

Einer der hervorstechendsten Gründe dafür, warum die Kluft zwischen den Reichen, den Armen und der Mittelschicht immer größer wird, ist die Existenz dreier unterschiedlicher Einkommensarten:

1. Arbeitseinkommen
2. Portfolio-Einkommen
3. Passives Einkommen

Die Kluft weitet sich, weil die Schulen den Kindern beibringen zu arbeiten, zu sparen und sich um Arbeitseinkommen zu bemühen, während sich die Reichen auf passives und Portfolio-Einkommen konzentrieren. Das ist der grundlegende Unterschied zwischen den Reichen und der Mittelschicht. Die Mittelschicht verliert viel Geld an die Steuer, weil ihr Einkommen viel mehr auf den von ihnen angebotenen Dienstleistungen basiert als auf passivem Einkommen aus Investitionen. Außerdem geben sie ihr Geld für Verbindlichkeiten aus (zum Beispiel Eigenheime), anstatt für Vermögenswerte, die Cashflow generieren.

Gewöhnliches Arbeitseinkommen

Normales Einkommen wird in der Regel aus einer Anstellung oder irgendeiner Form von Arbeit bezogen und wird von allen drei Einkommen am höchsten besteuert. Raten Sie jemandem, „einen Job zu bekommen“, dann beginnt diese Person, wie ein Arbeitnehmer zu denken und für gewöhnliches Einkommen zu arbeiten.

Sagt eine Person: „Geh zurück zur Schule und hebe deine Karriere auf die nächste Stufe“, dann bedeutet das am Ende genauso, für gewöhnliches Einkommen zu arbeiten.

Rät jemand dazu, „Geld zu sparen“, freut sich wiederum die Steuer. Sparzinsen werden wie gewöhnliches Einkommen versteuert.

Empfiehlt jemand, „eine Rentenversicherung abzuschließen“, so ist die langfristige Konsequenz, dass Einkommen aus Rentenversicherungen auch nur gewöhnliches Einkommen ist.

Portfolio-Einkommen

Portfolio-Einkommen fließt meistens aus Wertpapieren wie Aktien, Anleihen und Investmentfonds. Portfolio-Einkommen ist bei Weitem die beliebteste Form von Investment-Einkommen – ganz einfach, weil Wertpapiere einfacher zu handhaben sind.

Portfolio-Einkommen bezeichnet man auch als Kapitalgewinne. Ein Kapitalgewinn wird realisiert, wenn Sie günstig kaufen und teuer verkaufen. Sie kaufen zum Beispiel eine Aktie für 10 Dollar und verkaufen sie für 16 Dollar. Sie erzielen einen Kapitalgewinn von 6 Dollar pro Aktie. Diese 6 Dollar sind Portfolio-Einkommen. Dasselbe gilt für den Fall, dass Sie während eines Crashs eine Immobilie kaufen und dann so lange warten, bis sie wieder im Wert steigt, bevor Sie sie verkaufen. Immobilien für Gewinn zu kaufen und zu verkaufen ist das Gleiche: Sie kaufen günstig und verkaufen teuer.

Passives Einkommen

Passives Einkommen stammt normalerweise aus Immobilien, kann aber auch aus Tantiemen, Patenten oder Lizenzvereinbarungen fließen.

Passives Einkommen ist der Cashflow eines Vermögensgegenstandes. Ihr Vermögensgegenstand produziert Geld. Bei Immobilien nennt man passives Einkommen Mieteinnahmen. Kaufen Sie zum Beispiel eine Wohnimmobilie für 100.000 Dollar, für die sich Ihre monatlichen Nettomieteinnahmen auf 1.000 Dollar belaufen, so sind diese 1.000 Dollar passives Einkommen.

Passives Einkommen aus Immobilien wird am geringsten versteuert, manchmal zu 0 Prozent.

Um reich zu werden, müssen Sie lernen, wie Sie Ihr gewöhnliches Einkommen in passives oder Portfolio-Einkommen umwandeln können, sodass Ihr Geld beginnt, für Sie zu arbeiten.

Steuervorteile

Ich habe mich vor allem wegen der Steuervorteile dazu entschlossen, hauptsächlich im B- und I-Quadranten zu arbeiten und passives und Portfolio-Einkommen zu generieren.

1943 begannen die Vereinigten Staaten, alle arbeitenden Amerikaner anhand ihres Arbeitseinkommens zu besteuern. Die Leute, die für ein Gehalt arbeiteten, bezahlten fortan erst den Staat, bevor sie selbst etwas bekamen. Jeder, der ein Angestellter war, konnte dem Staat kaum entkommen. Es bedeutete auch, dass nicht wie durch den 16. Verfassungszusatz erhofft, nur die Reichen besteuert wurden, sondern nun jeder Angestellte und jeder Selbstständige – egal, ob arm oder reich.

Heute bezahlen die Amerikaner mit den geringsten Löhnen anteilig zu ihrem Gesamteinkommen mehr Steuern als die Reichen und die Mittelschicht.

Später, im Jahr 1986, stellte die Steuerreform den hoch bezahlten Berufen nach – besonders Ärzten, Anwälten, Architekten, Zahnärzten, Ingenieuren und anderen. Das machte es für sie schwierig, wenn nicht sogar unmöglich, ihr Einkommen so weit zu schützen, wie es die Reichen im B- und I-Quadranten taten und tun.

Für die meisten Leute auf der linken Seite des Quadranten (Angestellte und Selbstständige) gibt es kaum legale Steuerbefreiungen. Eine ganze Menge finden sich dagegen auf der rechten Seite des Quadranten.

Indem ich dafür arbeitete, in den B- und I-Quadranten Einkommen zu generieren, gelang es mir, schneller zu Geld zu kommen und es länger für mich arbeiten zu lassen, ohne dabei große Teile in Form von Steuern an den Staat zu verlieren.

Nach der Steuerreform 1986 nehmen die Reichen weiterhin mehr ein, arbeiten weniger, zahlen geringere Steuern und genießen größeren Anlagenschutz.

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Robert Kiyosaki

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