Vor einigen Jahren verbrachte ich eine Nacht in Las Vegas. Ich bin kein Spieler, aber mit ein bisschen freier Zeit und auf der Suche nach einer Beschäftigung entschied ich mich, etwas Blackjack (in Deutschland bekannt als „Siebzehn und Vier“) zu spielen.

Sobald ich mich an den Tisch setzte, spürte ich, wie sich mein Körper aus Angst vorm Verlieren verkrampfte und mein Kopf zu sagen begann: „Du darfst höchstens 200 Dollar verlieren, dann musst du aufhören!“

Augenblicklich legte ich fest, meine Herangehensweise zu verändern: „Ich habe 200 Dollar als Einlage und sobald ich 500 Dollar gewonnen habe, höre ich auf.“

Nun war sowohl meine Einstiegs- als auch meine Ausstiegsstrategie klar. Dann saß ich am Tisch, sah dem Kartengeber beim Austeilen zu, setzte aber kein Geld. Ich konnte die Angst vorm Verlieren tief in meiner Brust fühlen.

Ich konzentrierte mich darauf, das Verlustgefühl in ein Gewinnergefühl umzuwandeln. Erst als ich mich komplett mit dem Selbstvertrauen eines Gewinners gewappnet hatte, startete ich mein erstes Spiel. Obwohl ich die ersten paar Runden verlor, fokussierte ich mich ausschließlich auf Siegergedanken und Gewinnergefühle. Nach einer Stunde ging ich mit meinen 500 Dollar davon.

Als ich ging, konnte ich meinen reichen Vater sagen hören:

„Selbst mit den besten Gedanken und der besten Herangehensweise läuft es manchmal nicht so wie geplant. Ein Gewinner weiß, wann er aufstehen und gehen muss. Ein Sieger muss wissen, dass Verlieren zum Gewinnen dazugehört. Nur der Verlierer bleibt für immer am falschen Tisch, verliert alles und hofft, beweisen zu können, dass er kein Verlierer ist.“

Die Macht des Schwertes

Da ich in einem japanischen Haushalt aufwuchs, hörte ich von meinem Vater oft, dass die Japaner an drei Mächte glauben: an das Schwert, den Edelstein und den Spiegel.

Das Schwert steht für die Macht der Waffen. Große Nationen der Geschichte investierten in ihr Militär, um sich einen Vorteil gegenüber anderen Nationen zu schaffen. So hat Amerika zum Beispiel Billionen von Dollar für Waffen ausgegeben und ist darum heute die militärisch stärkste Kraft auf der Welt.

Auch viele Gauner sind von der Macht des Schwertes abhängig, um über die Runden zu kommen. Manchmal aus freien Stücken und manchmal, weil sie dazu gezwungen sind. Aber aus welchem Grund auch immer: Es gibt immer Menschen, die Waffen nutzen, um Einfluss in der Welt auszuüben und Macht zu erlangen.

Die Macht des Schwertes gründet sich auf Angst. Es ist die Angst davor, von einer anderen Macht mit stärkeren Waffen überwältigt zu werden, wenn man selbst keine besitzt. Menschen, die von der Macht des Schwertes abhängig sind, werden sagen: „Wir leben in einer Ellbogengesellschaft.“

Ich besitze selbst Schusswaffen und liebe es, sie zu sammeln und damit zu schießen. Ich habe sie, wenn ich sie brauche, aber mir hat die Macht des Schwertes niemals richtig zugesagt, nicht einmal in meiner Zeit beim Militär. Ich glaube nicht daran, dass wahre Macht und wahrer Erfolg von der Macht des Schwertes kommen.

Die Macht des Edelsteins

Der Edelstein symbolisiert die Macht des Geldes. Ich habe festgestellt, dass in dem Ausspruch „Denke an die goldene Regel: Der, der Gold hat, macht die Regeln“ ein Körnchen Wahrheit liegt.

Die Geschichte ist voll von Beispielen reicher Menschen, die die Macht des Geldes nutzten, um sich einen Vorteil zu verschaffen.

Geld ist ein neutrales Medium. Es kann für Gutes und Schlechtes eingesetzt werden. Jemand wie Bill Gates nutzt sein Vermögen, um viel Gutes in der Welt zu tun. Aber es gibt auch die, die ihr Geld dazu verwenden, die Schwachen auszunutzen. Geld hat Kraft, aber es ist nicht die ultimative Quelle von Macht und Erfolg.

Das mag Sie überraschen, da ich dafür bekannt bin, viel Geld zu besitzen und mein Leben darauf aufzubauen, Menschen über Geld und das Reichwerden zu unterrichten.

Aber meine Bestimmung bestand niemals ausschließlich darin, Geld zu haben und reich zu sein.

Nein. Ich tue, was ich tue, denn ich möchte, dass Menschen wahre Macht und wahren Erfolg haben, und das beginnt mit der wichtigsten Kraft.

Die Macht des Spiegels

Der Spiegel steht für die Kraft der Selbstreflexion. Und der japanischen Legende zufolge ist das Wissen über sich selbst die von allen Mächten am meisten geschätzte, denn sie leitet einen dabei, die Mächte richtig einzusetzen und Gutes zu tun.

Ich glaube, dass das wahr ist. Lassen Sie mich eine Geschichte zur Veranschaulichung mit Ihnen teilen.

In meinem Oberstufenjahr an der High School wurden der Sohn meines reichen Vaters Mike und ich vor eine Gruppe Schüler zitiert, die hauptsächlich aus den Klassenbesten bestand. Unsere Beratungslehrerin wandte sich Mike und mir zu und sagte: „Ihr beiden werdet es zu nichts bringen.“

Einige unserer Klassenkameraden lachten, als sie fortfuhr: „Von nun an, werde ich mit keinem von euch beiden mehr meine Zeit verschwenden. Ich werde meine Zeit nur den Schülern widmen, die gern hier sind und etwas lernen. Ihr seid die Klassenclowns und werdet es zu nichts bringen, wenn ihr so weiter macht. Und jetzt raus mit euch.“

Diese Worte haben Mike und mich sehr verletzt, aber diese Lehrerin hat uns gleichzeitig einen großen Gefallen getan. Letztlich zwang sie uns dazu, eine Entscheidung zu treffen.

Würden wir glauben, was sie über uns gesagt hatte?

Oder würden wir in den Spiegel sehen und an das glauben, was wir wirklich über uns wussten?

Indem sie uns dazu inspirierte, uns noch mehr anzustrengen und noch mehr zu uns zu stehen, begleiteten uns ihre Worte durchs College hindurch und bis in unsere ersten eigenen Unternehmen.

Viele Jahre später gingen Mike und ich gemeinsam zu unserem High-School-Klassentreffen. Es war interessant zu sehen, dass die meisten der damaligen Klassenbesten, der Leute also, die die Beratungslehrerin mit Lob überhäuft hatte, in ihrer Zeit nach der High School nicht sehr erfolgreich gewesen waren.

Mike und ich waren keine akademischen Wunderkinder. Wir waren keine Klassenbesten, Finanzgenies oder Starathleten. Im Großen und Ganzen waren wir höchstens durchschnittliche Schüler. Meiner Meinung nach hatten wir nicht so viel natürliches Talent wie unsere Väter. Aber wir wussten, wer wir waren und was wir vom Leben wollten. Anstatt uns von den verletzenden Worten der Beratungslehrerin einschüchtern zu lassen, nutzten wir sie als Antrieb auf unserem Weg, um aus Fehlern zu lernen und sowohl gute als auch schlechte Zeiten durchzustehen.

Ich lernte daraus, dass Erfolg schwer vorherzusagen ist. Stattdessen muss man entscheiden, ob man erfolgreich sein wird oder nicht. Sie müssen hart für Ihren Erfolg arbeiten. Sie müssen jeden Tag in den Spiegel schauen und festlegen, wer Sie sein wollen und wie Sie die Welt verändern möchten.

Hinter der Macht des Geldes steckt die Angst

Genau wie die Macht der Waffen ist auch die Macht des Geldes oft in der Angst verwurzelt.

Wir fürchten uns davor, nicht genug zu haben, und wir fürchten uns, geächtet zu werden. Die Angst davor, nicht genug zu haben, bringt uns dazu, härter und härter zu arbeiten. Die Angst davor, geächtet zu werden, führt dazu, dass wir stets versuchen, mit anderen gleichzuziehen.

Nur zu oft ist das Ergebnis das gleiche: Der amerikanische Traum wird zum amerikanischen Albtraum. So lautet die gängige Geschichte …

Frisch verheiratet, entscheidet sich ein glückliches, hochgebildetes Paar dazu, in eine vollgestopfte Mietwohnung zu ziehen. Sie stellen fest, dass sie Geld sparen können, denn zwei können so günstig leben wie einer. Für eine Weile sind sie glücklich.

Dann fängt die Wohnung an, sich zu voll anzufühlen. Sie sehen, wie Freunde in Eigenheime ziehen und Kinder bekommen. Sie entschließen sich dazu, Geld zu sparen, um sich ihr Traumhaus leisten zu können und auch Kinder zu bekommen. Sie haben jetzt zwei Einkommen und beginnen, sich auf ihre Karriere zu konzentrieren. Sie verdienen viel mehr Geld, aber gleichzeitig steigen auch ihre Ausgaben.

Mit steigendem Einkommen steigt auch die Steuerlast des Paares. Und als sie sich ihr Traumhaus kaufen, wird Grundsteuer fällig. Zusätzlich beschaffen sie sich ein neues Auto, neue Möbel und neue Haushaltsgeräte, die zum Haus passen. Ihre Liste von Verbindlichkeiten verlängert sich zusehends und ist voll von Tilgungsraten und Kreditkartenschulden.

Jetzt sind sie im Hamsterrad gefangen. Bald haben sie ein Kind und arbeiten mehr, um über die Runden zu kommen. Eine Kreditkarte kommt mit der Post und sie nutzen den Kreditrahmen voll aus, um alles am Laufen zu halten. Eine Schuldenberatungsstelle ruft an und verspricht, ihnen dabei zu helfen, ihre Schulden auf eine niedrige Zahlung herunterzubrechen. Sie schlagen ein, zahlen ihre Kreditkarten ab und fühlen sich, als hätten sie klug gehandelt und seufzen vor Erleichterung.

Dann werden sie von ihren Freunden anlässlich des Memorial-Day-Sales ins Einkaufszentrum eingeladen. Das junge Paar verspricht sich gegenseitig, nichts zu kaufen, aber sie nehmen die Kreditkarte trotzdem mit, nur für den Fall.

Ich habe diese Geschichte schon eintausend Mal auf der ganzen Welt gehört. Jedes Mal folgt darauf die Frage: „Wie können wir mehr Geld verdienen?“

Vertrauen Sie auf sich selbst

Die meisten Leute haben keine Geldprobleme. Sie haben ein finanzielles Bildungsproblem. Sie kennen den Unterschied zwischen einem Vermögenswert und einer Verbindlichkeit nicht.

Geld löst nur selten die Probleme der Menschen.

Intelligenz und finanzielles Know-how schon.

Und wenn Sie reich sein möchten, müssen Sie sowohl verstehen, wie Geld funktioniert, als auch, wie Sie persönlich funktionieren. Ich kann Ihnen bei beidem helfen.

Sie müssen in den Spiegel sehen und Ihre Motivationen verstehen, Ihre Wünsche und Träume – und dazu stehen, auch wenn das bedeutet, einmal gegen den Strom zu schwimmen. Sie müssen auf sich vertrauen und sich nicht auf die anderen um sich herum konzentrieren oder darauf, was sie schätzen oder wie sie Sie schätzen.

Auch wenn Sie vielleicht nicht in allem gut sind, nehmen Sie sich Zeit dazu, das zu lernen, was für Sie wichtig ist. Dann wird sich Ihre Welt rapide verändern. Laufen Sie niemals vor dem weg, was Sie lernen müssen. Sehen Sie Ihren Ängsten und Zweifeln ins Gesicht und neue Welten werden sich vor Ihnen auftun.

Wenn Sie nicht gut in der Schule waren oder wenn Sie nicht zu den Beliebtesten gehörten oder in Mathe Probleme hatten oder aus welchem Grund auch immer Sie sich kleinmachen mögen: Nichts davon hat auf lange Sicht Bedeutung. Diese sogenannten Schwächen zählen nur dann, wenn Sie glauben, sie zählen.

All diejenigen unter Ihnen, die darüber nachdenken, Ihre eigene Reise zu finanziellem Erfolg anzutreten, haben eventuell Zweifel über Ihre Fähigkeiten. Dazu kann ich nur sagen: Vertrauen Sie darauf, dass Sie jetzt in diesem Moment alles haben, was sie brauchen, um finanziell erfolgreich zu sein.

Denken Sie daran, dass Sie die einzige Person sind, die festlegen, was Sie von sich selbst glauben wollen. Das heißt, diese Reise beschert Ihnen nicht nur die Freiheit, die Geld kaufen kann, sondern auch das Vertrauen, das Sie in sich selbst gewinnen.

Mein bester Rat an Sie lautet, sich täglich darauf vorzubereiten, Ihre Bescheidenheit und Zurückhaltung zu überwinden. Ich bin der Meinung, dass die meisten Menschen anhalten und zurückschrecken, weil die kleine Person mit der lauten Stimme in ihrem Inneren mehr Macht ausübt als die größere, mutige Person.

Alles, was dazu nötig ist, Ihre natürlichen, von Gott gegebenen Talente hervorzubringen, sind Ihr Wunsch, Ihre Entschlossenheit und Ihr tiefer Glaube daran, dass Sie genial sind und einzigartige Fähigkeiten besitzen, die man auf dieser Welt braucht.

Manche Menschen jagen die Macht der Waffen. Andere streben nach der Macht des Geldes. Doch die wahre Macht findet sich im Spiegel. Ich halte Ihnen den Spiegel vor. Mein Ziel ist es, so viele Menschen wie möglich erfolgreich zu machen.

Robert Kiyosaki

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