2006 veröffentlichten Donald Trump und ich unser erstes gemeinsames Buch „Warum wir wollen, dass Sie reich werden“. Wir schrieben das Buch, da wir uns über den Zusammenbruch der Mittelschicht in Amerika Sorgen machten. Wir erklärten, dass schlechte Investitionen und Missmanagement seitens unserer Regierung das Leben vieler Menschen zerstörten.

Wir haben über die herannahende Wirtschaftskrise geschrieben und darüber, wie sich Menschen davor schützen können. Wir schrieben darüber, wie die Inflation vielen Menschen das Leben erschweren würde. Und wir warben für die Idee finanzieller Bildung als Ausweg aus der Krise.

Wir haben uns entschlossen, gemeinsam zu publizieren, da wir beide Lehrende sind, reiche Väter hatten und uns um die Qualität der Bildung im Amerika von heute sorgten. Wir glauben, dass allen Schülern richtige finanzielle Ausbildung zur Verfügung gestellt werden sollte.

Ich schätze mich unglaublich glücklich, zwei Bücher gemeinsam mit dem ehemaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten geschrieben zu haben, und ich denke, dass unsere größte Gemeinsamkeit darin besteht, finanzielle Bildung als das Wichtigste anzusehen, das jemand für sich selbst tun kann.

Ich sagte es bereits: Der Staat kann niemanden retten, finanzielle Bildung schon.

Die Macht von Schulden

Ein Grund, warum die Reichen reicher werden, ist ihr Gebrauch von Schulden. Leider machen Schulden die Armen und die Mittelschicht ohne finanzielle Bildung ärmer.

Donald Trump fasste es zusammen mit den Worten: „Sie wissen, ich bin der König der Schulden. Ich liebe Schulden, aber sie sind tückisch und gefährlich.“

Das liegt daran, dass die Wirtschaft wächst, sobald Sie und ich Geld schaffen, indem wir uns Geld borgen. Zahlen Sie Ihre Schulden zurück, schrumpft die Wirtschaft wieder.

Wie kann jemand also lernen, Schulden als Geld zu nutzen? Ich beginne mit einer Geschichte, die Sie vielleicht schon einmal gehört haben.

1973, in dem Jahr, als ich aus Vietnam zurückkehrte, riet mir mein armer Vater, ein höheres Fachsemester zu belegen und meinen MBA zu machen. Mein reicher Vater empfahl mir zu lernen, wie man in Immobilien investiert. Mein armer Vater ermutigte mich dazu, ein gut bezahlter Angestellter im E-Quadranten zu werden. Mein reicher Vater schlug mir vor, ein professioneller Investor im I-Quadranten zu werden.

Eines Tages stieß ich beim Fernsehen auf einen Spot, der ein kostenloses Seminar zum Thema Investieren in Immobilien bewarb. Ich besuchte den Gratiskurs, mir gefiel, was ich dort lernte, und ich investierte 385 Dollar in einen weiteren Dreitageskurs. Zu der Zeit waren 385 Dollar viel Geld für mich, denn ich arbeitete noch bei der Marine und hatte nicht viel übrig.

Der Dreitageskurs war großartig. Der Trainer war echt – ein reicher, erfahrener und erfolgreicher Investor, der das Unterrichten liebte. Ich lernte viel von ihm. Am Ende des Kurses gab mir der Trainer einen der besten Ratschläge, den ich je bekommen habe. Er sagte: „Ihre Ausbildung beginnt, wenn Sie das Klassenzimmer verlassen.“

Seine Hausaufgabe für uns alle lautete, uns in Gruppen zwischen drei und fünf Schülern zusammenzufinden und für 100 Immobilien, die zum Verkauf standen, eine Bewertung zu schreiben. Dafür hatten wir 90 Tage Zeit. Er wollte nicht, dass wir irgendetwas kaufen oder irgendwelches Geld investieren, zumindest diese 90 Tage lang nicht.

Nach 90 Tagen Ausschauhalten und Schreiben von einseitigen Bewertungsbögen für 100 Immobilien erkannte ich meine erste Gelegenheit einer Immobilieninvestition.

Es handelte sich um eine Eigentumswohnung mit einem Schlafzimmer und Bad, direkt am Strand auf der Insel Maui. Es handelte sich um eine Zwangsvollstreckung und der Preis für die Wohnung betrug 18.000 Dollar. Der Verkäufer bot eine 90-%-Finanzierung an.

Ich musste lediglich 1.800 Dollar für die Anzahlung von 10 % aufbringen. Ich überreichte dem Makler meine Kreditkarte für die Anzahlung und der Besitz gehörte mir. Ich erwarb mein erstes Investitionseigentum mit 100 % OPM – anderer Leute Geld (other people’s money). Ich steckte kein eigenes Geld in diese Investition.

Am Ende jedes Monats, nach Abzug aller Kosten einschließlich Schuldenrückzahlung und Verwaltungskosten, brachte mir die Immobilie monatlich etwa 25 Dollar ein, eine unendliche Rendite auf meine Investition. Es war eine unendliche Rendite, denn kein Dollar meines eigenen Geldes steckte in dem Geschäft.

Obwohl 25 Dollar pro Monat nicht viel Geld ist, haben sich die Lektionen, die ich dabei lernte, als unbezahlbar erwiesen. Eine der Lektionen lautete, dass Schulden Geld sind, und die andere, dass man auf Schulden keine Steuern bezahlt.

Seien Sie mit Schulden sehr vorsichtig. Es braucht viel finanzielles Wissen, um herauszufinden, wie man Schulden zum Reichwerden verwenden kann. Schulden sind eine zweischneidige Klinge. Schulden können Sie reich machen und dann plötzlich ändert sich etwas und dieselben Schulden machen Sie arm, sehr arm.

Aus diesem Grund entwarfen Kim und ich das Cashflow-Spiel. Es ist das einzige finanzielle Bildungsspiel, das Spieler dazu ermutigt, Schulden zu nutzen, um zu gewinnen.

Die Macht, die eigenen Mittel zu erhöhen

Unter seinen Verhältnissen zu leben, bedeutet, dass Sie nicht mehr Geld ausgeben sollten, als Sie jeden Monat verdienen. Diese Maxime ist verwandt mit den Falschauffassungen „Werden Sie Ihre Schulden los“ und „Sparen Sie Ihr Geld“.

Einige sogenannte Finanzgurus unterstützen die Idee, schuldenfrei zu werden und von einem kleinen Budget zu leben, an das man sich hält, selbst wenn man eine Gehaltserhöhung oder einen Bonus bekommt, um das Extrageld zu sparen. Die Denkweise jener sogenannten Experten besagt, dass die Menschen arm werden, weil sie keine Kontrolle über ihre Ausgaben haben. Sobald Sie ihr Gehalt bekommen, gehen sie auf Einkaufstour und geben alles für Dinge wie Kleidung, Autos und vieles mehr aus. Der einzige Weg, diesem Kreislauf finanziellen Ruins zu entgehen, sei ein Leben unter den eigenen Verhältnissen.

Oberflächlich klingt das sinnvoll. Sie sollten Ihr Einkommen nicht für Verbindlichkeiten hinauswerfen. Auch bei „Rich Dad“ gehört dies zur Philosophie. Aber „Lebe unter den Verhältnissen“ ist ein zermürbender Gedanke. Nur arme Menschen leben unter ihren Verhältnissen. Die Reichen leben nicht unter ihren Verhältnissen. Sie erweitern sie viel mehr.

Möchten meine Frau und ich für etwas Geld verprassen, dann schauen wir nicht, wo wir Kosten sparen können. Stattdessen erwerben wir einen Vermögensgegenstand, dessen Rendite für die neuen Kosten aufkommen kann. Statt also immer nach etwas zu suchen, an dem man sparen kann, um sich etwas zu leisten, suchen wir immer einen Weg, unsere Mittel so weit zu vergrößern, dass wir die Kosten damit decken können. Das ist eine völlig andere Herangehensweise, die ich von meinem reichen Vater gelernt habe.

Die Macht finanziellen Know-hows

Es gibt finanzielle Bildung für die Unter- und Mittelschicht. Genauso gibt es auch Lektionen, die die Reichen lernen. Wahre finanzielle Ausbildung muss das Große und Ganze des Bankensystems erklären können. Das Bankenwesen ist ein System aus Sparern und Schuldnern.

Darum bieten die meisten Kreditkarten freies Reisen, Cashback und andere Vergünstigungen. Sie wollen Leute dazu bringen, sich zu verschulden. Die Banken verdienen ihr Geld mit den Schuldnern, nicht mit den Sparern. Nach der Hypothekenkrise 2007 wurden Kreditkarten zur Nummer-1-Einkommensquelle vieler Banken.

Mein armer Vater kaufte sein Haus und sein Auto mit Schulden. Das sind schlechte Schulden. Schlechte Schulden kaufen Verbindlichkeiten. Schlechte Schulden sind die Schulden, für die Sie zahlen müssen. Mein reicher Vater nutzte Schulden, um Investitionsgüter zu kaufen und sein Geschäft zu erweitern. Das sind gute Schulden, die Sie, wie ich Ihnen bereits erklärte, reicher machen. Gute Schulden sind die Schulden, für die jemand anderes zahlt. Der Staat erspart denjenigen Steuern, die wissen, wie man gute Schulden nutzt.

Das Weltbankensystem basiert auf dem Mindestreserve-System. Das bedeutet, dass eine Bank ihren Schuldnern für jeden Dollar, den ein Sparer bei ihr einlegt, ein Vielfaches dieses Dollars ausleihen kann. Liegt die Mindestreserve zum Beispiel bei 10, dann kann die Bank für jeden Spardollar 10 Dollar verleihen. Liegt die Inflation zu hoch, kann die Zentralbank (wie z. B. die Notenbank in den USA) ihre Werkzeuge dazu nutzen, diese Mindestreserve zu senken, etwa auf 5, sodass die Bank nur 5 Dollar zur Verfügung hat, die sie für jeden Dollar verleihen kann, den ein Sparer bei ihr einlegt.

Senken Banken wie heutzutage ihre Zinssätze, dann sagen sie: „Wir wollen keine Sparer. Wir wollen Schuldner.“ Niedrige Zinsen auf Ersparnisse zwingen die Mittelschicht an die Börse und ins Immobiliengeschäft, wo sie auf bessere Renditen hoffen. Die Mittelschicht läuft „Blasen“ auf den Finanzmärkten hinterher. Platzen die Blasen, verlieren viele alles, was sie haben.

Niedrige Zinsen senden die folgende Botschaft: „Bitte kommen Sie und leihen Sie sich Geld. Geld gibt es im Sonderangebot.“

Für die Reichen machen niedrige Zinsen es leichter, reich zu werden. Für die Armen und die Mittelschicht, ganz besonders für Sparer, bedeuten niedrige Zinsen die finanzielle Katastrophe.

Das ist nur ein Beispiel dafür, warum man finanzielles Know-how braucht. Aber wie viele Dinge im Leben ist auch finanzielle Bildung ein Prozess, doch wenn Sie es meistern, diese Prinzipien und Ideen zu verstehen und zu erklären, dann befinden Sie sich auf einem guten Weg, ein Genie zu werden.

Robert Kiyosaki

P.S. Wollen Sie finanziell unabhängig sein und wöchentlich 1.168 € oder sogar 2.551 € zusätzlich verdienen? Ich erkläre Ihnen in meiner Hauptausgabe des „Rich Dad Poor Dad Newsletters“ welche wenige Dinge dafür nötig sind! Wer sich noch heute anmeldet, erfährt meine 29 Geheimnisse, die die Reichen nutzen. Klicken Sie hier um direkt zu beginnen!