in Ihrer Jugend wurde Ihnen von Lehrern und Eltern sicherlich geraten, zur Uni zu gehen und dann einen Job zu finden, denn so könnten Sie für sich eine sichere Zukunft garantieren.

Und was hätten Sie dagegenhalten sollen? Alle gingen diesen Weg – auch die Generation davor. Es erschien wie eine gute Sache.

Aber was ist denn tatsächlich Arbeitsplatzsicherheit? Die Antwort lautet: eine Illusion.

Es gibt keine Arbeitsplatzsicherheit und das wurde nie so deutlich wie im Jahr 2020. Im August veröffentlichte das Arbeitsministerium seinen Beschäftigungsreport und zählte 18 Millionen Amerikaner ohne Arbeit. Die kamen zu jenen 30 Millionen hinzu, die schon vorher arbeitslos waren.

Ich würde wetten, dass der Großteil jener 18 Millionen Menschen, die gerade ihre Anstellung verloren hatten, vorher dachten, ihr Arbeitsplatz wäre sicher.

Wir sehen aktuell, wie Firmen in Bezug auf Ausgaben und Angestellte handeln. Ein Freund von mir, zu seinem Glück noch immer in seinem hoch bezahlten Job, erzählte mir, wie seine Firma mehrere Millionen aus dem aktuellen Budget strich und einen Einstellungsstopp verhängte. Die gesamte Firma arbeitet von zu Hause aus.

„Weißt du was?“, sagte er. „Wir sind im Moment produktiver als je zuvor.“ Sie sollten nicht denken, sein Chef merke nicht, wie viel Kapazität über die Jahre in der Firma ungenutzt geblieben war. Diese Krise deckt es auf. Und viele der zum Teil überflüssigen Arbeitsplätze werden nicht zurückkommen.

Gute Stellen gehen an Fremdfirmen, Roboter und die Automatisierung verloren

„Noch nie zuvor bemühten sich amerikanische Firmen so stark, dermaßen wenige Leute zu beschäftigen.“

So lautete der erste Satz eines Artikels, der 2017 im Wall Street Journal erschien: „Das Ende der Angestellten“.

Der Artikel zeigt detailliert, wie viele der größten amerikanischen Firmen ihr Bestes tun, um ihre Stellen an Dienstleister auszulagern oder durch Automatisierung zu ersetzen, anstatt neue Arbeiter einzustellen.

Der Anteil der amerikanischen Arbeiterschaft, der nicht direkt an eine Firma gebunden ist, ist einigen Schätzungen zufolge um beinahe 100 Prozent gestiegen und tut es noch.

Steven Berkenfeld, ein Investmentbanker, dessen Karriere sich um die Bewertung von Unternehmensstrategien dreht, sagt, dass Firmen aller Formen und Größen zunehmend wie folgt denken: „Kann ich es automatisieren? Wenn nicht, kann ich es auslagern? Wenn nicht, kann ich es an einen unabhängigen Auftragnehmer oder Selbstständigen abgeben?“

„Wenige Unternehmen, Stellenberater oder Wirtschaftsexperten gehen davon aus, dass sich der Outsourcing-Trend umkehren wird. Stellen außerhalb des Kerngeschäftes auszulagern, erlaubt einer Firma, mehr Zeit und Energie auf die Dinge zu verwenden, die sie am besten kann. Ist eine externe Firma für die Belegschaft zuständig, kümmert sie sich um die tägliche Plackerei der Arbeitsplanung, der Einstellungen und Entlassungen. Arbeiter können nach Bedarf schnell ersetzt werden und das Unternehmen sorgt sich lediglich um das Endprodukt.“

Der Artikel führt weiter aus: „Am Ende könnten sich einige große Unternehmen um alle außer die wichtigsten Angestellten reduzieren. Die Beratungsfirma Accenture PLC sagte letztes Jahr voraus, dass innerhalb der nächsten zehn Jahre eine aus den 2.000 größten Firmen weltweit ‚keine Vollzeitbeschäftigten außerhalb der obersten Führungsetage‘ haben würde“.

Wenn sich diese Trends schon 2017 abzeichneten, als es der Wirtschaft noch gut ging, stellen Sie sich vor, wie sich die Coronakrise für die Angestellten entwickeln wird, wenn sich Unternehmen für schlechte Zeiten in Stellung bringen. Das wird nicht schön werden.

Ist Arbeitsplatzsicherheit auch finanzielle Sicherheit?

Als ich ein Kind war, wünschte sich mein armer Vater für mich nichts sehnlicher, als dass ich auf eine gute Schule ginge, einen Abschluss bekäme und einen guten, sicheren und hoch bezahlten Job fände.

Das entspricht etwa der Erziehung, die die meisten Menschen genossen – und wie die meisten Menschen ihr Leben ausrichten. Für die Mehrheit der Leute ist Arbeitsplatzsicherheit durch einen gut bezahlten Job Priorität Nummer 1.

Mein reicher Vater, der Vater meines besten Freundes, lehrte mich, wie ein Unternehmer zu denken. Er wollte nicht, dass ich lernte, ein Angestellter zu werden. Er wollte, dass ich lernte, ein Unternehmenseigner und Investor zu werden.

Für meinen armen Vater war eine Arbeitsstelle das ultimative Symbol für finanzielle Sicherheit. Meinem reichen Vater erschien es dagegen riskant, Angestellter zu sein.

Mein reicher Vater war seiner Zeit weit voraus. Angestellter zu sein ist die Illusion von Sicherheit. Sie beziehen ein regelmäßiges Gehalt, aber Sie haben keine Kontrolle. Sie sind von der Gunst des Unternehmenseigners und der Wirtschaft abhängig. Entscheidet eine Seite, dass Sie nicht mehr benötigt werden, verlieren Sie Ihren Job – und wenn Sie wirklich Pech haben, noch viele andere Dinge wie Ihr Haus, Ihr Auto und vieles mehr. Heute ist es leider riskanter denn je, Angestellter zu sein.

Das sollte eigentlich nicht überraschen und viele Menschen, die gefeuert oder beurlaubt wurden, sagten schlicht zu mir: „Ich bin nicht überrascht. Ich bin nur traurig.“

Und um ehrlich zu sein, macht es mich auch traurig.

Ich habe Jahre damit verbracht, Leuten beizubringen, dass nichts riskanter ist, als Angestellter zu sein. Ich wünschte, noch mehr hätten sich diese Botschaft zu Herzen genommen und ihr Leben vor der Krise verändert. Ich fühle mit ihnen und mit ihren Familien, aber es ist noch nicht zu spät, etwas zu verändern.

Denn diese Krise könnte sich für die Leute mit der richtigen Einstellung als Goldmine erweisen.

Machen Sie sich Sorgen um den Schutz Ihres Vermögens? Dann lesen Sie hier unsere wertvollen Tipps.

Outsourcing, Automatisierung und Roboter, oje!

Im Zauberer von Oz sind Dorothy und ihre bunte Truppe Reisegefährten im düsteren, unheilvollen Wald. Sie singen: „Löwen und Tiger und Bären, oje!“

In finanzieller Hinsicht befinden sich heute viele Leute in diesem düsteren, unheilvollen Wald. Sie fürchten sich nicht vor Raubtieren wie Löwen und Tigern und Bären, aber vor einer neuen Sorte Raubtiere: Outsourcing, Automatisierung und Robotern.

Ob es sich um Roboter oder Automatisierung handelt: Viele Arbeitsplätze entfallen durch Technologie. Und wenn sie nicht für Technologie entfallen, werden sie heutzutage outgesourct. Sehen Sie sich nur an, wie Firmen wie Lift und Uber die Taxi-Industrie durcheinanderbringen, wie Airbnb die Hotelindustrie in Atem hält und wie fahrerlose Autos die Branche der Transportunternehmen auf den Kopf stellen werden.

Die Gefahren der Gig-Economy und von „festen“ Jobs

Viele betrachten den Aufstieg von Fremdfirmen und der sogenannten Gig-Economy mit ihren vielen Solo-Selbstständigen als etwas Gutes, aber das ist es nicht. Das Argument lautet, dass wir endlich unternehmerische Möglichkeiten für die breite Masse schaffen. Das Unternehmertum wurde demokratisiert, heißt es.

In Wirklichkeit sind die meisten Menschen, die an der Gig-Economy teilnehmen, keine Unternehmer.

Vielmehr besitzen sie einen Job. Sie arbeiten noch immer auf der linken Seite des Cashflow-Quadranten. Eigentlich sind es Selbstständige, die sich für Unternehmer halten, aber doch nur für wenige Auftraggeber arbeiten.

Dieses Arrangement ist ein großartiger Vorteil für Unternehmen, die nun keine Lohnsteuer mehr zahlen müssen oder Sozialleistungen oder Unterstützung für Rentenprogramme. Sie bekommen die volle Arbeitskraft und haben keine Verpflichtungen. Und all das unter dem Deckmantel der Freiheit.

Leider sind Gig-Arbeiter finanziell nicht frei. Sie arbeiten viele Stunden sehr hart, um weniger zu verdienen, und haben darüber hinaus weniger Vorteile, als die Arbeitnehmer früher hatten. Wenn Sie nicht arbeiten können, verdienen Sie kein Geld. So arbeitet kein Unternehmer.

Ein Unternehmer verdient Geld, auch wenn er oder sie gerade nicht arbeitet.

Natürlich zielt die ganze Suche nach einer guten Arbeit oder das Durchhalten in der Gig-Economy auf eine Sache ab, nämlich finanzielle Freiheit. Unglücklicherweise wird man sie in keinem der beiden linken Cashflow-Sektoren finden.

Die sichere Seite

Ich habe immer noch ein paar Freunde, die auf der linken Seite des Cashflow-Quadranten Sicherheit als Angestellte oder Selbstständige suchen. Ich glaube, dass die linke Seite des Quadranten tatsächlich die riskantere Seite ist. Könnten die Leute das sehen, was ich sehe, wenn ich um die Welt reise, dann würden sie nicht nach mehr Sicherheit suchen.

Auch für die Selbstständigen ist es riskant. Werden sie krank oder verletzen sie sich, ist ihr Einkommen direkt davon betroffen. Je älter ich werde, desto mehr treffe ich Selbstständige in meinem Alter, die körperlich, geistig und emotional durch die harte Arbeit ausgebrannt sind. Je mehr Strapazen ein Mensch erduldet, desto weniger ist er in Sicherheit und desto mehr steigt das Risiko, einen Unfall zu haben.

Ironischerweise ist das Leben auf der rechten Seite des Quadranten, die ja von den meisten als riskanter angesehen wird, sicherer.

Haben Sie zum Beispiel ein sicheres System, das Ihnen mehr und mehr Geld für immer weniger Arbeit ausschüttet, dann brauchen Sie wirklich keinen Job und sich über den Verlust ihres Jobs auch keine Sorgen machen. Um mehr Geld zu verdienen, weiten Sie das System ganz einfach aus und stellen mehr Leute ein. Das gibt Ihnen die Möglichkeit, Ihre finanziellen Mittel zu erweitern, um zu genießen, was das Leben zu bieten hat.

Hochkarätige Investoren sorgen sich nicht um das Auf und Ab des Marktes, denn ihr Wissen erlaubt es ihnen, in egal welcher Situation Geld zu verdienen.

Sollte es in absehbarer Zeit Marktzusammenbrüche geben – woran ich glaube –, dann werden viele Babyboomer in Panik geraten und viel ihres für die Rente angesparten Geldes verlieren. Geschieht das in fortgeschrittenem Alter, werden sie arbeiten müssen so lange sie können, anstatt sich zur Ruhe zu setzen. Inwiefern ist das Sicherheit?

Professionelle Investoren sind Leute, die sehr wenig ihres eigenen Geldes riskieren und dennoch die höchsten Renditen erzielen. Diejenigen, die wenig vom Investieren verstehen, müssen mit dem Risiko leben und haben die geringsten Renditen.

Aus meiner Sicht liegt das ganze Risiko auf der linken Seite des Cashflow-Quadranten.

Robert Kiyosaki

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