1997 wagte ich in meinem Buch Rich Dad, Poor Dad einen damals ketzerischen Satz.

Ich schrieb: „Ihr Haus ist kein Vermögensgegenstand.“

Ich hätte genauso gut eine Hexe in Salem im Massachusetts des 17. Jahrhunderts sein können. Eine Welle des Protests brach aus und Menschen verlangten sinnbildlich, mich auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen.

Komme ich heute mit der Aussage zu den Leuten, gibt es seltsamerweise keinen Protest mehr. Die Menschen können mittlerweile leicht nachvollziehen, dass ein Haus in Wahrheit eine Verbindlichkeit ist. Es spült ihnen kein Geld in die Taschen, sondern kostet im Gegenteil Darlehenszinsen, Unterhaltungskosten und Grundsteuer.

In der Zeit nach 2007 konnten viele Häuser nicht einmal für den Wert des Kredites verkauft werden, der für ihre Anschaffung ursprünglich aufgenommen worden war. Das bewies ihren Charakter einer Verbindlichkeit.

Über Jahre hinweg wusste ich, dass ein Immobiliencrash kommen würde. Die Euphorie wuchs. Leute ohne Einkommen oder Anstellung kauften sich Häuser. Meine Mietshäuser verzeichneten hohen Leerstand. Mieter, die sich ihre Miete nicht leisten konnten, kauften sich plötzlich Luxushäuser. Mir wurde klar, dass das Ende nah war, als mir die Kassiererin im Supermarkt ihre Visitenkarte zusteckte und sagte: „Rufen Sie mich an. Ich habe Immobilien, die für Sie von Interesse sein könnten.“ Im Bemühen, das Geschäft an Land zu ziehen, fügte Sie hinzu: „Die Preise steigen, entscheiden Sie also rasch.“ Das war 2007.

2008 wurde ich von Wolf Blitzer von CNN interviewt und sagte damals den Zusammenbruch und Bankrott von Lehman Brothers voraus. Sechs Monate später lag Lehman Brothers am Boden und die große Rezession begann.

2008 kollabierten Derivate im Wert von beinahe 700 Billionen Dollar und hätten fast die weltweite Wirtschaft zum Erliegen gebracht.

Während der Krise verloren Millionen von Menschen ihre Häuser in Zwangsvollstreckungen. Viele Millionen Häuser waren weniger Wert als der Kredit, mit dem sie belastet waren. Viele gaben dem „Subprime-Immobilienkäufer“ die Schuld am Immobiliencrash. Wie Brill bestätigte, bestand die Realität aus von den Eliten geschaffenen falschen Vermögenswerten, die man Derivate nannte. Die waren das wahre Problem.

Was wir heute beobachten, unterscheidet sich von der Situation 2008. Wir stecken in einer „Alles auf einmal“-Blase. Da die Notenbank bis heute Billionen von Dollar druckt, ist alles voll heißer Luft – das Immobiliengeschäft eingeschlossen.

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Stundung

Mein reicher Vater sagte: „Die gute Wirtschaftslage scheint für immer anzudauern und darum werden die Leute unachtsam, töricht und selbstgefällig.“

Seit meiner Warnung im Jahr 2008 scheint es, dass Leute immer noch glauben, ihr Haus sei ein Vermögenswert, denn Corona hat viele in finanzielle Schwierigkeiten gebracht.

Um die Wirtschaft zu retten, hat der amerikanische Kongress dieses Jahr den CARES Act verabschiedet. Ein Punkt dieses Gesetzes war die Kreditstundung, die sogenannte Mortgage Forbearance.

Dabei erlaubt der Kreditgeber dem Kreditnehmer, die Tilgungen für einen festgelegten Zeitraum zu pausieren oder zu reduzieren.

Diese Stundung schafft die Schulden aber nicht aus der Welt. Der Schuldner muss später alle verschobenen oder kurzfristig reduzierten Zahlungen leisten. Dabei kommt meist nichts Gutes heraus und endet irgendwann in einer Zwangsvollstreckung.

Mortgage Forbearance heißt, dass der Schuldner eben zu einem späteren Zeitpunkt zahlen muss. Wenn Sie sich also die Millionen von Menschen ohne Arbeit ansehen, die ohne Aussicht auf Erleichterung in privaten Schulden ersticken, dann erahnen Sie bestimmt, dass wir eine Immobilienkrise schlimmer als die von 2008 erleben könnten.

Zyklische Immobilienschwemmen

Vor 2007 schienen die Häuserpreise anzuzeigen, dass der Immobilienmarkt unendlich wachsen würde. Tatsächlich stieg der durchschnittliche Preis eines Eigenheims in den USA kontinuierlich von 1963 bis 2007 – als dann die Immobilienblase platzte und die Finanzkrise von 2008 begann. Als das geschah, wurde der Markt von Immobilien aus Zwangsversteigerungen überschwemmt.

Seit etwa 2011 steigen die Preise wieder ununterbrochen – vor allem durch das Drucken von Billionen von Dollar – und wieder gibt es ein geringes Angebot, sodass die Preise auf Rekordhöhe schießen.

Sobald die Blase platzt – manche sagen dafür das Jahr 2021 voraus –, wird das Angebot in die Höhe schnellen, und das würde ich dann „Immobilien zum Sonderangebot“ nennen.

Eine einzigartige Gelegenheit

Auch wenn ich am liebsten während eines Crashs kaufe, wird das doch durch den immensen Pessimismus des Marktes erschwert. Ihre Familie und Freunde, eventuell sogar Ihr Finanzberater, werden Sie für vollkommen verrückt halten und Sie davon abhalten wollen, „einen großen Fehler zu begehen“.

Aber wenn Sie Ihre Hausaufgaben machen, gibt es keinen Grund, nicht von der sich anbahnenden großen Chance im Immobiliengeschäft zu profitieren.

1. Geld regiert die Welt

Ken McElroy, mein Immobilienberater bei Rich Dad, pflegt zu sagen: „In Zeiten, in denen sich im Immobiliengeschäft große Chancen bieten, regiert Geld die Welt.“

Das scheint nach einem furchtbaren Rat zu klingen, da der Dollar so rasant an Wert verliert. Aber der Fokus liegt hierbei auf der Tatsache, schnell zu handeln, wenn der Immobilienmarkt kollabiert.

Einige generelle Tipps zum Geldmanagement:

1. Haben Sie einen Investitionsplan parat, um das Gewinnpotenzial Ihres Geldes zu maximieren.
2. Legen Sie mit Ihrer Bank eine Kreditlinie fest, bevor Sie sie brauchen.
3. Um sicherzustellen, dass Sie schnell handeln können, wenn es notwendig wird, behalten Sie das Verhältnis Ihres Umlaufvermögens zu den Verbindlichkeiten (Umlaufvermögen/Verbindlichkeiten, dabei gilt 2:1 als vorteilhaft) im Blick. Die Liquidität 2. Grades (Umlaufvermögen/kurzfristige Verbindlichkeiten) sollte bei 1:1 liegen.

2. Nutzen Sie Short Sales

Nach 2008 mussten Banken eines schmerzlich lernen: Sie sollten nicht zu lange auf ihrem Inventar sitzen bleiben. Ken sagt, dass der direkte Kauf einer Immobilie von einer Bank der beste Weg ist, Nutzen aus einem Immobiliencrash zu ziehen.

Ein Short Sale – eines der bekanntesten Geschäfte, bei dem Zwangsvollstreckungen involviert sind – geschieht, wenn der Kreditgeber zustimmt, weniger zu akzeptieren als die Schuld, mit der ein Besitz belastet ist.

Zu einem Short Sale könnte es aus einer Reihe verschiedener Gründe kommen, doch meistens liegt es daran, dass der Wert der Immobilie unter den Wert des Darlehens gefallen ist.

3. Orientieren Sie sich über die Grenzen des lokalen Marktes hinaus

Eine der allgemeinen Regeln, denen mein Team und ich folgen, lautet, dass wir dort investieren, wo wir wohnen. Ich sage „allgemein“, denn sie gilt nicht immer. Wenn jedoch ein Immobilienmarkt kollabiert, so trifft das verschiedene geografische Gebiete unterschiedlich. Ken investierte nach dem Crash 2007 in Las Vegas, da sich dort einzigartige Gelegenheiten boten.

Bleiben Sie vielen Dingen gegenüber offen, denn einige Gebiete wird es härter treffen als andere, und machen Sie Ihre Beobachtungen. Einige Indizien sind Migrationsbewegungen, Arbeitslosigkeit und demografische Entwicklungen. Sie alle werden eine andere Geschichte erzählen und Auskunft geben, wie sich ein Marktzusammenbruch auf ein Gebiet auswirken könnte.

4. Werden Sie in einem Investitionsgebiet zum Experten

Sie werden den Trend feststellen, dass sich erfolgreiche Immobilieninvestoren auf eine Sorte Investments spezialisieren. Einige bevorzugen Einfamilienhäuser, andere Mehrfamilienhäuser, wieder andere Geschäftsimmobilien. Ich will damit sagen, dass Sie dort investieren sollten, wo es für Sie Sinn ergibt und zu Ihrer Strategie passt. Finden Sie eine Nische, spezialisieren Sie sich darin und werden Sie zum Experten.

Robert Kiyosaki

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