Als ich mit zwölf Jahren am Strand von Hawaii stand und auf die Immobilie blickte, die mein reicher Vater gerade erworben hatte, da eröffnete sich vor meinem inneren Auge eine Welt ungeahnter Möglichkeiten, die ich von zu Hause nicht kannte.

Ich begriff, dass es nicht das Geld war, das meinen reichen Vater zu einem reichen Investor machte. Ich erkannte, dass das Denkmuster meines reichen Vaters sich beinahe zu 100 % von dem meines leiblichen Vaters unterschied.

Ich sah auch, dass ich die Denkmuster meines reichen Vaters verstehen musste, um eines Tages seine finanzielle Macht zu erreichen. Mir wurde klar, dass ich für immer reich sein würde, wenn ich nur seinem Denken folgen könnte. Gleichzeitig wusste ich, dass ich niemals wirklich reich sein würde, wenn ich nicht so dachte wie er – egal, wie viel Geld ich hätte.

Mein reicher Vater hatte zu dieser Zeit in eines der teuersten Grundstücke investiert, die es in unserer Stadt gab und das ohne Geld. Ich begriff, dass Wohlstand eine gedankliche Einstellung ist und nicht etwa eine gewisse Menge Dollar auf der Bank.

An diesem Tag am Strand fand ich endlich den Mut, meinen reichen Vater zu fragen: „Wie kannst du es dir leisten, diese 10 Morgen sehr teures Strandgrundstück zu kaufen, und mein Vater kann es nicht?“

Die Antwort meines reichen Vaters vergesse ich nie. Er legte seinen Arm um mich und wir liefen gemeinsam am Wasser entlang den Strand hinunter.

Mein reicher Vater sagte: „Den Armen und der Mittelschicht fällt es schwer, reich zu werden, denn sie versuchen es mit ihrem eigenen Geld. Wenn du reich werden möchtest, dann musst du lernen, das Geld anderer Leute dafür zu nutzen … nicht dein eigenes.“

Das „L-Wort“: Leverage

Leverage bedeutet ganz einfach, Schulden – oder geliehenes Geld – zu nutzen, um den ROI zu steigern und unendliche Rendite zu erzielen. Je mehr Sie sich den Leverage-Effekt zunutze machen und je schneller Sie Ihr eigenes Geld wieder investieren, desto schneller bauen Sie Ihr Vermögen auf. Das ist übrigens eines der Geheimnisse der Reichen.

Die Reichen vermehren ihr Vermögen mit guten Schulden und sie investieren mit dem Geld anderer Leute (OPM „Other People’s Money“) – sowohl dem der Banken als auch verschiedener Investoren – in Vermögensgegenstände, die Cashflow abwerfen. Der Nachteil ist, dass man in der Regel nur einen Anteil des Kaufpreises leihen kann. Im Immobiliengeschäft kann man sich generell etwa 70 bis 80 % des Kaufpreises als Darlehen borgen.

Darum haben Sie nach der Entdeckung eines lohnenden Investments die Wahl: Entweder Sie nutzen Ihr eigenes Geld oder aber das von jemand anderem. Vorausgesetzt, das Geschäft ist gut erarbeitet, ist Ihr Gewinn höher, je mehr Sie anderer Leute Geld verwenden können.

Viele Leute glauben, es wäre illusorisch, von anderen Menschen Geld für Investitionen zu bekommen, aber das könnte von der Wahrheit nicht weiter entfernt sein. Die Realität ist, dass die meisten Leute keine Zeit haben, selbst gute Deals auszumachen. Stattdessen sind sie auf Menschen mit fundiertem finanziellem Wissen, den nötigen Fähigkeiten und einer angemessenen Ambition angewiesen, die die Deals zu ihnen bringen.

Leverage mit OPM

Mein Immobilienberater Ken McElroy hat die Arbeit mit OPM perfektioniert. Seine Firma MC Companies kauft Apartmenthäuser. Er übernimmt all die harte Arbeit: gute Geschäfte ausfindig machen, sich um die Due Dilligence kümmern, mit Eigentümern und Geldgebern verhandeln sowie das Koordinieren des Managements. Im Gegenzug stehen die Leute Schlange, um bei ihm Geld investieren zu dürfen.

Kens Devise lautet: „Leverage ist die ultimative Macht des Immobiliengeschäftes.“

Leverage gefällt mir bei Immobilien am besten und ich verfolge die Strategie, nur mit OPM zu investieren.

Denken Sie über Folgendes nach: Wäre Kens Kaufkraft auf sein Sparkonto beschränkt, so würde er viele gute Gelegenheiten verpassen. Also hat er weitverzweigte Beziehungen zu anderen Investoren und Banken aufgebaut, um sich deren Kaufkraft zunutze machen zu können. Er versteht sich meisterlich darauf, Kapital aufzutreiben und ist nie durch die Menge seines eigenen Geldes beschränkt.

Leverage mit Eigenkapital

2004 stellte Ken einen Mietskomplex mit 208 Einheiten in Goodyear, Arizona fertig. Die Baukosten beliefen sich auf 13,8 Millionen Dollar.

Bei Fertigstellung stieg der Wert auf 16,3 Millionen Dollar. Er erhielt zahlreiche Kaufangebote für das Objekt und die Makler standen Schlange, um eingetragen zu werden.

So verlockend es auch erschien, nach zwei Jahren Arbeit mit 2,5 Millionen Dollar in der Tasche herauszugehen, verkaufte Ken nicht.

Hätte er die 2,5 Millionen Dollar als Kapitalgewinn eingenommen, hätte er sie sofort wieder im Markt investieren müssen, um hohe Steuern zu vermeiden. Natürlich war es zu einer Wertsteigerung gekommen, aber gleichzeitig handelte es sich um einen sogenannten „Steuertatbestand“. Stellen Sie sich 30 % Steuern auf einen Gewinn von 2,5 Millionen Dollar vor. Das ist eine unnötige Steuerabführung von 750.000 Dollar.

Statt also zu verkaufen, konnte er das Objekt refinanzieren und so viel Eigenkapital wie möglich wieder herausziehen. Es kam zu keinem Steuertatbestand und es war auch nicht notwendig, das Geld in eine andere Investition zu stecken.

Im Fall der 208 Wohneinheiten führte er eine Refinanzierung durch und nutzte das gewonnene Eigenkapital, um den Investoren ihr Geld mit Zinsen zurückzubezahlen.

Vertraglicher Leverage

An der Börse können wir Verträge nutzen, um Leverage (= Hebelwirkung) zu erzielen. Diese Verträge räumen einer Person die Wahl ein, eine Aktie zu einem festgesetzten Preis zu kaufen beziehungsweise zu verkaufen oder aber sich komplett aus dem Geschäft zurückzuziehen. Auf dem Markt nennt man diese Sorte Wahlrecht Option.

Andy Tanner, der Rich-Dad-Berater zum Thema Wertpapiere, sagt: „Mit Optionen haben wir die Fähigkeit, unser Geld zu hebeln, ohne uns überhaupt zu verschulden.“

Lassen Sie uns ein Beispiel mit einem Aktienpaket nutzen, wo heute jede Einzelaktie 50 Dollar wert ist.

Der Investor ruft seinen Makler mit der Bitte um den Kauf einer Call-Option an. Er soll 100 Aktien eines Aktienpaketes für 50 Dollar das Stück erwerben. Er würde 1 Dollar pro Aktie für die Call-Option bezahlen, das würde ihn 100 Dollar kosten (jede Option deckt 100 Aktien ab).

Wie Andy Tanner nun sagen würde, beläuft es sich nicht ganz genau auf null, denn Sie bezahlen noch immer nur 1 Dollar pro Aktie, aber es kommt der Null wirklich nahe. Je besser Sie sich informieren und bilden, desto näher kommen Sie ihr.

Egal wo Sie gerade stehen: Was Leverage angeht, sind die Möglichkeiten grenzenlos.

Sie sind im wörtlichen Sinne unendlich.

Es ist eine Schande, dass dieses Konzept nicht ordentlich in den Schulen gelehrt wird, denn das ist ein Schlüssel, der es den Menschen erlaubt, von Armut zu Wohlstand zu gelangen – vom nackten Überleben zum Leben im Überfluss.

Es lohnt sich, zu lernen und sich auszuprobieren.

Wenn Sie lernen wollen, wie man an der Börse Gewinn erzielt, dann schauen Sie beim Rich-Dad-Poor-Dad-Newsletter vorbei.

Robert Kiyosaki

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