Wenn mich jemand fragt, ob wir uns in einer wirtschaftlichen Blase befinden, dann lautet meine Antwort Ja.

Aber um Blasen mache ich mir keine Sorgen, denn ich liebe es, wenn der Markt zusammenbricht. Die überwiegende Mehrheit der Leute hält mich für verrückt, so etwas zu sagen.

Ich habe über das Thema Auf- und Abschwung und die wirtschaftlichen Blasen schon in meinen Büchern geschrieben und es reichlich kommentiert. Aber da es scheint, als stünde die Welt am Rande so vieler verschiedener Auf- und Abschwünge, halte ich es für eine gute Idee, noch einmal auf diese Phänomene einzugehen.

Über die Jahre habe ich viele Bücher darüber gelesen. In nahezu jedem davon werden die Tulpenmanie in den Niederlanden, die Südseeblase und natürlich die Große Depression geschildert. Eines der besseren Werke mit dem Titel „Can It Happen Again?“ wurde 1982 vom Nobelpreisträger Hyman Minsky veröffentlicht.

In diesem Buch beschreibt er die sieben Phasen einer Finanzblase. Diese umfassen:

Phase 1: Eine finanzielle Erschütterung

Es kommt zu einer Krise, wenn der Status quo der Wirtschaft durch eine finanzielle Verschiebung verändert wird. Dabei könnte es sich um einen Krieg, niedrige Zinsen oder neue Technologien handeln.

Phase 2: Beschleunigung

Nicht jeder finanzielle Schock verwandelt sich in einen Boom. Dazu ist Treibstoff nötig – als würde man Benzin in ein Feuer kippen. Nach dem 11. September war die Panik der Menschen der Treibstoff des Immobilienmarktes. Der Aktienmarkt war zusammengebrochen und die Zinssätze fielen. Milliarden Dollar wurden von Banken und dem Wertpapierhandel abgezogen und fluteten die Immobilienbranche. Es kam zum größten Immobilienboom der Geschichte.

Phase 3: Euphorie

Wir alle sehnen uns nach einem Aufschwung. Ein weiser Investor versteht es, auf den nächsten zu warten und nicht schnell noch aufzuspringen, wenn der letzte Boom schon fast wieder vorbei ist. Aber wenn sich die Beschleunigung in Euphorie verwandelt, dann strömen die ganzen Narren herbei.

In der Vergangenheit geschah dies, als 2003 jeder in den Häusermarkt einstieg. Die Kassiererin in meinem Supermarkt um die Ecke reichte mir ihre frisch gedruckte Immobilienmakler-Visitenkarte. Das Immobiliengeschäft wurde zum großen Thema auf jeder Feier. „Flipping“ als Bezeichnung für das schnelle Kaufen und wieder Verkaufen von Vermögensgegenständen stieg zum neuen Schlagwort bei jedem Elternabend auf. Eigenheime verwandelten sich in Geldautomaten, weil Kreditkartenschuldner langfristige Darlehen aufnahmen, um kurzfristige Schulden zu tilgen.

Kreditgeber warben ohne Unterlass und lockten die Leute, noch mehr Geld zu leihen. Finanzplaner, die es müde waren, den Leuten zu erklären, warum ihre Rentenvorsorge an Wert verloren hatte, verließen das sinkende Schiff und wurden Hypothekenmakler. Während dieser Zeit des Überschwangs redeten sich Amateure ein, sie wären Immobilien-Genies. Jedem, den sie in die Finger bekamen, erzählten sie, wie viel Geld sie gemacht hatten und wie clever sie waren.

Phase 4: Finanzielle Not

Der Kreis der Beteiligten wird immer größer. Jetzt gehen die Späteinsteiger in die Falle. Sie haben Jahre lang vom Rand aus zugeschaut und die Preissteigerungen beobachtet – voller Angst, selbst einzusteigen. Schließlich gelangen die Geschichten über Euphorie und Erfolge im Freundes- und Bekanntenkreis auch an ihre Ohren. Die Späteinsteiger, die Skeptiker, die Amateure und die Schüchternen werden jetzt von der Gier überwältigt und eilen ins Verderben, mit Bargeld in der Hand.

Doch es dauert nicht lange, dann setzt die Wirklichkeit mit ihren sehr realen Sorgen ein. Die Späteinsteiger erkennen, dass sie in Schwierigkeiten stecken. Angst kommt auf und sie beginnen zu verkaufen. Sie beginnen die Vermögensgegenstände zu hassen, die ihnen vorher am Herzen lagen – egal ob Aktien, Staatsanleihen, Fondsanteile, Immobilien oder Edelmetalle.

Phase 5: Der Trend kippt und der Aufschwung wird zum Abschwung

Den Amateuren wird klar, dass Preise nicht immer nur steigen. Sie sehen vielleicht, dass die Experten nicht länger kaufen, im Gegenteil. Aus Käufern werden Verkäufer und plötzlich fallen die Preise. Die Großzügigkeit der Banken hat ein Ende.

Minsky nennt diese Periode „Diskreditierung“. Mein reicher Vater sagte: „Jetzt erinnert dich Gott daran, dass du doch nicht so schlau bist, wie du dachtest.“ Das leicht verdiente Geld verschwindet und plötzlich schlagen immer höhere Verluste zu Buche. In der Immobilienbranche erkennen die Späteinsteiger, dass die Schulden auf ihren Objekten höher sind als der eigentliche Wert der Immobilien. Ihre finanzielle Situation hat sich ins Gegenteil verkehrt.

Phase 6: Panik greift um sich

Jetzt hassen die Amateure ihren Vermögensgegenstand. Sie wollen ihn loswerden, da die Preise fallen und die Banken kein Geld mehr zur Verfügung stellen. Die Panik wächst. Der Boom ist endgültig vorbei. Jetzt greifen eventuell Kontrollmechanismen, um den Absturz des Marktes zu dämpfen. Man kennt das von der Börse. Geht es weiter abwärts, suchen die Leute nach einem letzten Ausweg – einer letzten Geldquelle. Hier kommen häufig die Zentralbanken ins Spiel.

Zum Glück erwachen an diesem Punkt die professionellen Investoren aus ihrem Dornröschenschlaf und machen sich aufgeregt ans Werk. Wie Bären nach dem Winterschlaf streifen sie umher und finden Mülltonnen voll teuren Essens und Champagner von der Party der vergangenen Nacht. Gleich neben ihrer Höhle.

Phase 7: Der Weiße Ritter betritt die Bühne

Hin und wieder nimmt ein Abschwung dramatische Züge an. Dann greift der Staat ein, wie es auch in den 1990er-Jahren nach der Immobilienkrise der Fall war, als eine Institution namens Resolution Trust Corporation, kurz RTP, gegründet wurde. Dabei drängt sich oft der Eindruck auf, es werde der Gipfel der Inkompetenz erreicht, sobald sich der Staat einmischt. Die Auffanggesellschaft RTP begann, sagenhafte Immobilien im Wert von Milliarden von Dollar zu Schleuderpreisen zu verkaufen. Diese Regierungsbürokraten hatten keine Ahnung davon, was Immobilien tatsächlich wert sind.

1991 zogen meine Frau Kim und ich nach Phoenix, Arizona, und kauften so viele Objekte wie möglich. Nicht nur, dass der Staat mit Immobilien nichts am Hut haben wollte. All die Amateure und Späteinsteiger hatten einen Hass auf Immobilien entwickelt und wollten sie so schnell es ging loswerden. Es kam zu Anrufen, in denen uns die Menschen Geld boten, dass wir ihnen ihre Häuser abnahmen. Kim und ich verdienten in dieser Zeit so viel Geld, dass wir uns 1994 zur Ruhe setzen konnten.

Darum sage ich: „Ich liebe Markteinbrüche.“

Anstatt also zu fragen: „Ist es eine Blase?“, wäre es finanziell cleverer zu fragen: „In welcher Phase der Blase befinden wir uns gerade?“ Davon ausgehend können Sie entscheiden, ob Sie ängstlich oder gierig sein sollten oder es Zeit für den Winterschlaf ist.

Angst und Gier

Investoren werden von zwei Emotionen getrieben: Angst und Gier. Zu viel Angst kann den Wert von Aktien weit unter das Level treiben, auf dem er eigentlich liegen sollte. Wenn Investoren gierig werden, dann droht das andere Extrem.

CNN Money bietet einen Service, den sie den „Fear & Greed Index“ nennen, also im Grunde einen Anzeiger, welche der beiden Emotionen im Markt gerade vorherrschend ist. Im Moment folgt der Trend dem der vergangenen Monate: Die Experten sagen, dass der Markt von der Gier geleitet wird.

Von klein auf lernen wir, uns im Sinne des Weges des geringsten Widerstandes der Meinung der Mehrheit zu beugen. Geht es ums Investieren, dann beruhigt es uns ungemein, das zu tun, was alle tun. Wenn zum Beispiel alle Welt überteuerte Aktien von Internetunternehmen kauft, dann tun wir es auch. Unser rationales Gedächtnis schreit, dass das Wahnsinn ist. Aber wir rechtfertigen unsere Entscheidung mit den Worten: „Alle meine Freunde tun es und sie verdienen Geld damit, also muss es in Ordnung sein.“

Ich stimme mit der Einschätzung von CNN Money überein. Die Börsenwerte steigen, Bitcoin gewinnt an Wert, Gold und Silber erreichen Rekordwerte und auf dem Immobilienmarkt geht es hart zu. Daraus lässt sich leicht ableiten, in welcher Phase wir uns gerade befinden: Euphorie.

Warum finanzielles Know-how überlebenswichtig ist

Leider kennt sich der durchschnittliche Investor nicht mit den Grundlagen des Marktes aus. Er kauft lediglich, weil alle kaufen und er nichts verpassen möchte.

Was ist also das große Heilmittel, um zu überleben? Die Antwort liegt in finanzieller Bildung.

Indem Sie verstehen, wie Geld und die Märkte funktionieren, rüsten Sie sich mit unbezahlbaren Waffen: Sie erkennen Trends und profitieren von ihnen. Warren Buffett hat sein Vermögen genauso aufgebaut. Und ich ebenfalls.

Ich bin immer noch der Auffassung, dass der größte Markteinbruch in der Geschichte der Vereinigten Staaten bevorsteht.

Ich glaube auch, dass Sie durch die richtige finanzielle Ausbildung lernen können, von dieser Situation zu profitieren, während andere in Schieflage geraten. Beginnen Sie noch heute.

Sie müssen nur verstehen wollen, wie Geld arbeitet und wie Sie es für sich arbeiten lassen können.

Robert Kiyosaki

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