1967 entschied ich mich dazu, per Anhalter nach Montreal zu fahren, um die Expo ’67 „Der Mensch und seine Welt“ zu besuchen. Sie wurde damals, wie auch schon einige andere, als „Die Weltausstellung der Zukunft“ bezeichnet. Buckminster Fullers geodätische Kugelbiosphäre ist eines der populärsten Hinterlassenschaften der Ausstellung.

Sechs Jahre später kehrte ich vom Militärdienst nach Hause zurück. Ich fand meinen armen Vater arbeitslos vor. Ohne Einkommen und ohne Rente hatte er seine Hoffnung verloren.

Er schlug mir vor, ich sollte in seine Fußstapfen treten. Dazu hätte gehört, wieder zu studieren, meinen Master zu machen und einen Job im Amerika der Konzerne oder beim Staat auszuüben. Ich hatte die Wahl zwischen zwei Wegen.

Da war der konventionelle Bildungsweg meines armen Vaters und der Weg meines reichen Vaters, durch Erfahrung zum Ziel zu gelangen.

Ich stieg in die Fußstapfen meines reichen Vaters. Ich entschied mich gegen einen sicheren Beruf und gegen eine Rentenversicherung.

Außerdem entschied ich mich von einem der brillantesten Männer aller Zeiten zu lernen, der einige Ansichten mit meinem reichen Vater teilte: Buckminster Fuller.

Fuller starb am 1. Juli 1983, nur drei Wochen, nachdem ich das letzte Mal von ihm lernen konnte. Gleich nach seinem Tod besorgte ich mir sein Buch „Grunch of Giants“.

Fuller erteilte viele Lektionen, die auch mein reicher Vater seinem Sohn und mir erteilte.

„Grunch of Giants“ steht übersetzt für „Raubzug der Giganten“. Das Buch erzählt die Geschichte, wie die Superreichen die Welt übers Ohr hauen.

Wie Eliten zu Marionetten werden

Die von Fuller als „Grunch“ bezeichneten Menschen sind nicht mit akademischen Eliten gleichzusetzen. Meiner Auffassung nach beschreibt Fuller die Eliten als Marionetten und die „Grunch“ als Strippenzieher. Wie Sie wissen, bleiben diese eher im Hintergrund und steuern das Geschehen aus dem Dunklen.

Fuller beschrieb „Grunch“ als die Ebene von Menschen, die die Welt über Geld, Regierungen, internationale Organisationen, große Unternehmen, Aktien- und Anleihen und die Wirtschaft für ihre persönliche Agenda manipulieren und lenken. „Grunch“ sind für die meisten von uns unsichtbar. Sie handeln außerhalb unserer Sichtweite.

Fuller dachte futuristisch. Viele seiner Vorhersagen und Sorgen sind tatsächlich wahr geworden.

Als ich „Grunch of Giants“ lass, wurde mir klar, dass wir vor einer Finanzkrise stehen. Mir war nur noch nicht klar, wann sie kommen würde. Dass meine Unternehmen und Anlagen auch in diesen Zeiten so gut liefen, hatte ich zum Teil „Grunch of Giants“ zu verdanken. Ich hatte so genug Zeit, mich gut auf die Krise vorzubereiten.

Ich verstand langsam, warum wir Kindern in der Schule nichts über Geld beibringen. Ich verstand, warum ich nach Vietnam geschickt wurde, um in einem sinnlosen Krieg zu kämpfen, den wir niemals hätten austragen dürfen. Es ist ganz einfach: Krieg ist profitabel. Im Krieg geht es oft um Habgier, nicht um Patriotismus. Nach neun Jahren im Militärdienst, davon vier in einer föderalen Militärakademie und fünf als Pilot bei der Marine, der zwei Einsätze in Vietnam hinter sich hatte, konnte ich Dr. Fuller nur zustimmen. Ich begriff, warum Dr. Fuller die CIA als die unsichtbare Armee des Kapitalismus bezeichnete. Zum ersten Mal in meinem Leben wollte ich mich in einem Fach bilden, und zwar das Fach, wie die Superreichen den Rest von uns ausbeuten – völlig legal.

Die Prophezeiung wurde erfüllt

In meinem 2002 veröffentlichten Buch „Rich Dad’s Prophecy“ erkläre ich, wie die zum Scheitern verurteilte Rentenversicherungen die Leute über den Tisch ziehen. Ich sagte voraus, dass die Machenschaften der „Grunch“ früher oder später auffliegen werden.

Alles begann 1974, als in den USA das Gesetz zur Sicherheit des Renteneinkommens von Angestellten erlassen wurde. Es wurde von Lobbyisten, Großbanken, der Fed, der Wall Street und von unzähligen weiteren Interessengruppen wie vom Militär und von steuergierigen NGOs konstruiert. Vier Jahre später sahen wir erste Anfänge der Rentenversicherung, wie wir sie heute kennen.

Das Gesetz war der Wegbereiter für die modernen Arten von Rentenversicherungen. Es öffnete die Tür zum Aktien- und Anleihenmarkt für Millionen von finanziell ungebildeten Menschen der Armen- und der Mittelklasse. Bis 1978 wurden unzählbare Amateure in die Welt der Wall Street und in das Casino der Großbanken gedrängt. Systeme, die von den Reichen gelenkt werden.

Die Generation des Zweiten Weltkriegs hatte definierte, leistungsorientierte Pensionsversicherungen, die ein sicheres und stetiges Einkommen fürs Leben garantierten. Finanzielle Bildung war für sie nicht nötig, denn die Pensionsversicherungen lagen in „professionellen“ Händen. Dann wurden leistungsorientierte Pensionen abgeschafft. Sie wurden für die Unternehmen schlichtweg zu teuer. Heute haben in den USA nur noch ein paar wenige der Babyboomer-Generation eine solche Versicherung, die ihnen Einkommen bis an ihr Lebensende garantiert.

Heute bereiten ihnen sogar diese Versicherungen Sorgen. Wie im „Wall Street Journal“ geschrieben wird, leben viele Babyboomer in Unsicherheit, da die geldgierige Regierung mit dem Gedanken spielt, diese Pensionen zu kürzen.

Der Grund, warum einige dieser Rentenversicherungen problematisch werden, ist, dass davon ausgegangen wurde, dass die Babyboomer-Generation nicht über 70 Jahre alt werden würde. Daher basieren die Berechnungen auf einer Rückzahlung von 7,5 % des investierten Kapitals pro Jahr. Das Gute ist, die Menschen werden älter. Das Schlechte daran ist, wie sich die Fehlprognosen finanziell auswirken.

Nun beachte man, dass täglich etwa 10.000 Babyboomer in Rente gehen.

Diese Krise wird sich bis 2026 zu einem finanziellen Desaster entwickeln. Die ersten Babyboomer werden 80 und brauchen immer mehr langfristige medizinische Behandlung. Die sozialen Sicherheitssysteme und das Gesundheitssystem in den USA werden untergehen.

Rentenversicherungen fahren gegen die Wand

Bei Betrachtung des 125 Jahre langen Verlaufs des Dow Jones versteht man vielleicht meine Sorgen. Ich denke, alles wird kippen.

Die Weltwirtschaftskrise 1929 ist nicht ohne Grund markiert. Vergleicht man diese mit dem Platzen der Dotcom-Blase 2000 und die wiederum mit der Subprime-Hypothekenkrise von 2008, so fällt auf, dass die Welt diese großen Rückschläge deshalb erlitten hat, weil Milliarden von gefälschtem Geld von Eliten in den Umlauf gebracht wurden.

Millionen von Menschen investieren mit falschem Geld in falsche Anlagen. Von jedem Monatsgehalt geht ein Teil direkt an die Wall Street. Menschen, die in Rentenversicherungen investieren, hoffen darauf, ihr Geld eines Tages vermehrt zurückzubekommen. Millionen von Menschen in meinem Alter haben nicht mal genug Geld, um sich in der Rente finanzieren zu können. Das liegt daran, dass ihre Investitionen in falsche Anlagen fließen, die die Reichen reicher machen und sie selbst im Regen stehen lassen.

Lassen Sie uns die Welt verändern

Finanzielle Bildung ist die beste Waffe gegen die Fed. Es fängt dabei an, die Art, wie Sie über Geld denken und reden, zu ändern.

Über Generationen rieten Eltern ihren Kindern dazu, „zur Schule zu gehen, einen Beruf zu erlangen, hart zu arbeiten, Steuern zu bezahlen, ein Haus zu kaufen, ihre Schulden loszuwerden und in ein langfristiges, diversifiziertes Portfolio an Aktien, Anleihen, Fonds und ETFs zu investieren“.

Worte haben Macht. Und wenn wir die Worte ändern, sowohl in unseren Köpfen als auch in unseren Aussagen, wären wir klüger, reicher und glücklicher. Und deshalb ist das so wichtig, um gegen die Fed vorzugehen.

Worte können Sie sowohl reich machen als auch arm halten. Ändern Sie Ihre Wortwahl und Sie verändern Ihr Leben. Ich helfe Ihnen mit meinem wöchentlichen Rich-Dad-Poor-Dad-Newsletter dabei, die richtigen Worte und Motivationen zu finden – und vor allem dabei, die richtigen Investitionen auszuwählen.

Robert Kiyosaki

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