Ich denke, es gibt drei Gründe, warum Leute das Investieren für riskant halten.

Der erste und offensichtlichste Grund: Niemand hat ihnen gezeigt, wie man ein Investor wird. Die meisten Menschen werden darauf getrimmt, in die Schule zu gehen und gute Noten zu schreiben, um einen hoch bezahlten Job zu bekommen.

Zweitens fehlt es den meisten Investoren an Kontrolle beziehungsweise haben überhaupt keine. Mein reicher Vater pflegte zum Beispiel zu sagen: „Es existiert schon ein gewisses Risiko, wenn man Auto fährt, aber wirklich riskant wird es erst, wenn man die Hände vom Lenkrad nimmt.“ Er fuhr fort: „Wenn es ums Investieren geht, haben die meisten Leute die Hände nicht am Lenkrad.“

Drittens halten die Leute Investieren für riskant, weil sie von außen investieren und nicht als Insider.

Die meisten von uns wissen intuitiv, dass man zum Insider werden muss, wenn man an die wirklich guten Deals möchte. Man hört Leute oft sagen: „Ich kenne jemanden in dem Geschäft.“ Um welches Geschäft es sich dabei handelt, spielt keine Rolle. Es könnte um einen Autokauf gehen, Sporttickets oder ein neues Kleid. Wir alle wissen, dass die Geschäfte von denen gemacht werden, die irgendwie „drinstecken“.

Mein reicher Vater bemerkte oft: „Investieren ist nicht riskant. Keine Kontrolle zu haben ist riskant.“ Vielen Menschen erscheint das Investieren als ein Risiko, weil ihnen die Kontrolle über einen oder mehr Punkte der von meinem reichen Vater entworfenen „Checkliste des klugen Investors“ fehlt.

In den vergangenen Monaten haben sich auf dem Markt einige verrückte Verschiebungen ereignet, die viele Menschen zu sehr unüberlegten Handlungen bewegt haben.

Sehen Sie sich zum Beispiel GameStop an. Vor dem 27. Januar 2021 bewegte sich die Aktie um einen Wert von 20 Dollar. Am 27. Januar 2021 erreichte sie 347 Dollar, um dann eine Woche später auf 54 Dollar zu fallen.

Ich habe nun schon in der Vergangenheit über die Ursachen dieser Entwicklung gesprochen. Trotzdem verbrannten sich viele die Finger, die sich auf diesen Wahnsinn einließen. Meiner Meinung nach liegt das daran, dass Amateure keine Kontrolle über die 10 Punkte der Investoren-Checkliste haben.

Bevor Sie sich also ins Getümmel stürzen und versuchen, schnell ein paar Dollar zu verdienen, würde ich Ihnen Folgendes empfehlen: Stellen Sie sich die Frage, ob Sie sich mit den 10 Kontrollpunkten auseinandersetzen und sie verinnerlichen wollen und somit zu einem intelligenten Investor werden, der auf lange Sicht ein Vermögen aufbaut. Oder ob Sie ein Spieler werden wollen, der sich auf sein Glück verlassen muss.

Punkt 1: Selbstkontrolle

Kluge Investoren wissen, wann sie sich zurückhalten müssen. Sie würden nicht einfach in einen so sprunghaften und unvorhersehbaren Markt einsteigen, wie wir ihn zuletzt beobachten konnten. Der intelligente Investor weiß, dass es für jede Situation eine Reihe richtiger Handlungsmöglichkeiten gibt, dass man am besten aus Fehlern lernt und finanzielle Kenntnisse für den Erfolg unabdingbar sind. Er wird nicht gleich nervös, wenn ihm ein Fehler unterläuft. Er hat sich unter Kontrolle und versteht es, aus Fehlern zu lernen und dabei immer fähiger zu werden.

Er kennt seine Bilanz und weiß, welche Auswirkungen seine finanziellen Entscheidungen letztlich auf diese haben werden.

Wenn Sie mental nicht vorbereitet sind und Ihnen die Überzeugung fehlt, ein erfolgreicher Investor werden zu wollen, dann sollten Sie Ihr Geld womöglich besser einem professionellen Finanzberater überlassen.

Punkt 2: Kontrolle über Einnahmen und Ausgaben sowie Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

Diese Fähigkeit entwickelt man mithilfe finanzieller Bildung. Mein reicher Vater zeigte mir, wie unterschiedlich die Armen, die Mittelschicht und die Reichen mit dem Thema Cashflow umgehen.

Die Armen geben jeden einzigen Penny aus und besitzen keine Vermögensgegenstände. Das Geld fließt herein und sofort wieder hinaus.

Die Menschen der Mittelschicht häufen mehr Schulden an, je erfolgreicher sie werden. Eine Gehaltserhöhung qualifiziert sie dafür, noch mehr Geld von der Bank zu leihen, um Dinge wie Autos, Boote und dergleichen kaufen zu können. Mit steigendem Einkommen steigt ihre persönliche Verschuldung. Man nennt das Hamsterrad.

Die Reichen haben Vermögenswerte, die für sie arbeiten. Sie haben die Kontrolle über ihre Ausgaben und konzentrieren sich auf die Akquise und Verwaltung von Vermögen. Ihre Ausgaben werden zu großen Teilen über ihre Unternehmen beglichen und ihre persönlichen Verbindlichkeiten sind gering oder gar nicht vorhanden.

Intelligente Investoren verwenden ihre Zeit und Energie darauf, Vermögensgegenstände zu kaufen, die ihnen Geld in die Taschen wirtschaften. Sie jagen nicht irgendwelchen Verbindlichkeiten nach, an die sie Geld verlieren. Das ist das ganze Geheimnis.

Im Rich-Dad-Poor-Dad-Newsletter zeige ich Ihnen, wie Sie Vermögensgegenstände kaufen, die Ihnen noch mehr Geld bringen.

Punkt 3: Kontrolle über die Verwaltung Ihres Investments

Ein kluger Investor, der genug Anteile an einem Investment hält, um die Management-Entscheidungen zu kontrollieren, besitzt diese Sorte Kontrolle. Dieser Investor kann alleiniger Eigentümer sein oder so viele Anteile halten, dass er oder sie in den Entscheidungsprozess einbezogen ist.

Für diesen Investor sind die Kenntnisse über die Gründung eines erfolgreichen Unternehmens mithilfe des B-I-Dreiecks essenziell.

Sobald der Investor über diese Fähigkeiten verfügt, kann er abschätzen, wie effektiv das Management anderer potenzieller Investments arbeitet. Wenn das Management kompetent und erfolgreich wirkt, ist der Investor schneller bereit, Geld hineinzustecken.

Ein intelligenter Investor würde wissen, dass er keine Kontrolle über das Management von GameStop erlangen kann und dass dessen Aktienkurs nicht auf einer guten geschäftlichen Situation gründet. Sie ist tatsächlich alles andere als gut.

Punkt 4: Kontrolle über Steuern

Der clevere Investor hat sich entweder autodidaktisch oder mittels reichlich Fragen an gute Berater mit dem Steuergesetz auseinandergesetzt. Die rechte Seite des Cashflow-Quadranten hält einige Steuervorteile bereit, die der Investor aufmerksam nutzt, um seine Steuerlast zu minimieren und Zahlungsaufschübe eingeräumt zu bekommen, wo immer es nur möglich ist.

In den Vereinigten Staaten genießen Leute auf der B-(Business-) und I-(Investoren-)Seite des Quadranten viele Steuererleichterungen, die denen auf der E-(Employee/Angestellten-) und S-(Self-Employed/Selbstständigen-)Seite nicht zugutekommen.

Der kluge Investor hätte gewusst, was als sogenannte Kapitalgewinne definierte Renditen aus dem GameStop-Geschäft bedeutet hätten: einen der höchsten Steuersätze überhaupt.

Punkt 5: Kontrolle darüber, wann man kauft und wann man verkauft

Der kluge Investor versteht es, Geld zu verdienen, egal wie sich die Marktlage gerade darstellt. Wenn es darum geht, ein Geschäft aufzubauen, ist er oder sie sehr geduldig. Ich nenne diese Art von Geduld manchmal „verzögerte Genugtuung“. Der kluge Investor weiß, dass die echten finanziellen Gewinne erst dann erzielt werden, wenn das Unternehmen oder das Investment profitabel sind und verkauft oder an der Börse notiert werden können.

Punkt 6: Kontrolle über Maklergeschäfte

Der kluge Investor hat einen genauen Überblick über seine Geschäfte und bestimmt, wann ein Investment erweitert oder verkauft werden soll. Treten Sie als Investor extern an ein Unternehmen heran, beobachten Sie die Entwicklung der von Ihnen investierten Mittel scharf und ordnen Ihrem Makler an, wann gekauft und verkauft werden soll.

Viele Investoren sind heute bei der Frage des Kaufens und Verkaufens von ihren Maklern abhängig. Das ist nicht clever. Es ist sogar töricht. Amateure wurden sich dessen schmerzlich bewusst, als die populäre Trading App Robinhood Geschäfte mit GameStop-Aktien verbot.

Punkt 7: Kontrolle über die Rechtsform

„Neben der Selbstkontrolle ist die Kontrolle über die Wahl der Rechtsform die wichtigste Kontrolle“, sagte mein reicher Vater. Um die Kontrolle über die Rechtsform seiner Unternehmungen, das Timing und die Gestaltung seines Einkommens zu behalten, muss man Gesellschafts- und Steuerrecht und die damit verbunden Sicherheiten und Risiken verstehen.

Mein reicher Vater verstand sich perfekt darauf, die richtige Rechtsform mit dem passenden Jahresabschluss auszuwählen. So konnte er so viel wie möglich gewöhnliches Einkommen in Passiv- und Portfolioeinkommen umwandeln. Diese Strategie in Verbindung mit der Fähigkeit, Bilanzen zu lesen, half meinem reichen Vater, sein Imperium noch schneller aufzubauen.

Punkt 8: Kontrolle über vertragliche Vereinbarungen

Der kluge Investor bestimmt über die Vereinbarungen, die er oder sie vertraglich für ein Investment festhalten. Als ich beispielsweise die Gewinne aus dem Verkauf einiger meiner kleineren Häuser in ein kleines Mietshaus reinvestierte, nutzte ich einen Section 1031 Exchange, der nach amerikanischem Recht solcherlei umstrukturierte Gewinne von der Steuer befreit. Ich musste dieses Geschäft nicht versteuern, da ich über die Konditionen dieser Vereinbarung bestimmen konnte.

Ein kluger Investor würde sofort sehen, dass es in der GameStop-Affäre keinen Platz für solcherlei Gestaltungsmöglichkeiten gibt und sie stattdessen mit horrender Steuerlast und Verlusten aufwartet.

Punkt 9: Kontrolle über das Informationsangebot

Der involvierte Investor hat die Kontrolle darüber, welche Informationen ihm zugänglich sind. Dazu muss er auch über die rechtlichen Verpflichtungen Bescheid wissen, die die US-Börsenaufsichtsbehörde (ähnliche Aufsichtsbehörden existieren auch in anderen Ländern) verlangt.

Ein kluger Investor hätte verstanden, dass der Preis der GameStop-Aktie nichts damit zu tun hatte, was wirklich in diesem Unternehmen ablief – und dass er über den Zugriff auf die für eine echte Einschätzung nötigen Informationen keine Kontrolle hat.

Punkt 10: Kontrolle über das Zurückgeben

Der kluge Investor weiß, dass Wohlstand eine soziale Verantwortung mit sich bringt und es erforderlich wird, der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Das kann mittels Wohltätigkeitsinitiativen geschehen. Doch auch durch den Kapitalismus, indem Arbeitsplätze geschaffen werden und die Wirtschaft wachsen kann.

Ein kluger Investor wägt außerdem ab, welchen Einfluss das Wetten auf kurzfristige Gewinne aus verrückten Preisschwankungen auf die Menschen hätte, mit denen er in seiner Firma zusammenarbeitet.

Sie könnten auf den GameStop-Zug oder die nächste Spekulationswelle aufspringen, davon kann ich Sie nicht abhalten. Aber ich möchte Sie dazu ermutigen, die Risiken und Kosten genau abzuschätzen. Ich denke, Sie würden Ihre Zeit besser darauf verwenden, sich mit den 10 Punkten auseinanderzusetzen, über die ein kluger Investor stets die Kontrolle behalten sollte.

Sparen Sie Zeit und abonnieren Sie meinen Rich-Dad-Poor-Dad-Newsletter. Ich recherchiere für Sie und Sie können Ihre Zeit sinnvoll nutzen.

Robert Kiyosaki

P.S. Wollen Sie wissen, wie einfach und bequem ich in Immobilien investiere? Hier erfahren Sie alles rund um die 12 Geheimnisse alternativer Immobilien-Investments! Sichern Sie sich mein brandneues E-Book Der bequeme Weg, in Immobilien zu investieren. Erfahren Sie wie Sie sich einen “wahrhaft passiven Einkommensstrom” ermöglichen können. Und nur für kurze Zeit dabei mein Buch: FAKE – Die Wahrheit über schlechtes Geld, falsche Lehrer und unechte VermögenswerteKlicken Sie hier um mehr zu erfahren!