Als ich jung war, mochte ich die Schule nicht besonders und war auch kein besonders guter Schüler. Meinem armen Vater, Leiter der hawaiianischen Schulbehörden, lag mein schulischer Werdegang allerdings sehr am Herzen. Die Schule gut zu meistern, bedeutete für ihn gleichzeitig, das Leben gut zu meistern. Seine Vorstellung von Erfolg war es, gute Noten und damit einen guten Job zu erzielen.

Akademisch war mein armer Vater sehr intelligent, aber mit Geld konnte er nicht umgehen. Er hatte von Monat zu Monat Schwierigkeiten und stand am Ende seines Lebens ohne einen Penny dar, denn all sein Geld war in verschiedenen schlechten Geschäften verloren gegangen.

Auch mein reicher Vater glaubte an eine gute Bildung. Doch seine Lektionen konzentrierten sich auf finanzielle Bildung. „Du musst lernen, wie das Geld arbeitet, sodass du es für dich arbeiten lassen kannst“, sagte er.

Mein reicher Vater hat die Schule nie zu Ende gemacht und dort auch nicht durch hervorragende Leistungen geglänzt. Doch er half als junger Mann im Laden seiner Eltern und sammelte dort unschätzbare Erfahrungen. Mit diesem Wissen errichtete er sein eigenes Imperium.

Im Folgenden präsentiere ich Ihnen die sieben wichtigsten Lektionen meines reichen Vaters zum Thema Geld. Erfahren Sie, wie Geld arbeitet, und erfahren Sie, wie Sie es für sich arbeiten lassen.

1. Leben Sie nicht unterhalb Ihrer Verhältnisse

Wenn ich Geld-Gurus sagen höre „Zerschneiden Sie Ihre Kreditkarte, kaufen Sie sich ein gebrauchtes Auto und überschreiten Sie niemals Ihr Budget“, dann weiß ich, dass sie es gut meinen. Doch wie mein reicher Vater sagte: „Alles hat seinen Preis.“ Der Preis für den Versuch, durch ewiges Knausern reich werden zu wollen? Sie müssen für immer knausrig bleiben. Sie werden reich sein, aber stets knausrig bleiben müssen. Das ist in meinen Augen ein hoher Preis.

Mein reicher Vater sagte außerdem: „Das Problem sind nicht die Kreditkarten. Das Problem ist die finanziell völlig unwissende Person, die die Karte in der Hand hält. Finanzielle Bildung ist ein Teil des Preises, den du bezahlen musst, um reich zu werden.“

Und darum gefällt vielen Leuten die Vorstellung überhaupt nicht, ihre Kreditkarte zu zerschneiden und unter ihren Bedürfnissen zu leben. Wenn sie die Wahl hätten, würden die meisten, denke ich, das Leben lieber als reiche Leute leben, die auch etwas von ihrem Reichtum haben. Und das wird möglich, wenn sie bereit sind, den Preis dafür zu zahlen.

„Zerschneiden Sie Ihre Kreditkarte, werden Sie Ihre Schulden los und achten Sie streng auf Ihr Budget.“ Es gibt viele Gründe, warum ich nicht auf diesen ideologischen Zug aufspringe.

Ich denke nicht, dass solche Ratschläge irgendjemanden reich machen. Darum werden Sie mich so etwas nicht sagen hören. Wer viel Geld und einen damit möglichen Lebensstil möchte, für den genügt es nicht, seine Kreditkarten zu zerschneiden oder all seine Schulden loszuwerden. Und glücklich macht es auch nicht unbedingt.

Wenn es ganz simpel bleiben soll, stimme ich zu, dass eine zerschnittene Kreditkarte für die meisten Leute ratsam ist. Aber lediglich aus seinen Schulden herauszukommen, funktioniert für die, die reich werden und ihr Leben genießen wollen, nicht. Wer reich werden möchte, muss wissen, wie er oder sie an die richtige Sorte Schulden kommt. Es gilt zu lernen, Schulden zu respektieren und sich ihre Macht zunutze zu machen.

2. Arbeiten Sie, um zu lernen. Nicht, um Geld zu verdienen

Entscheiden Sie sich nicht wegen des Geldes für einen Job, sondern wegen der Erfahrungen, die Sie dadurch sammeln können. Wenn Sie zum Beispiel einen Einblick in Unternehmensprozesse und -systeme erhalten wollen, dann besorgen Sie sich eine Teilzeitanstellung bei McDonald’s. Sie wären überrascht, was in Gang gesetzt wird, sobald ein Kunde sagt: „Ich hätte gern einen Big Mac mit Pommes.“ In genau diesem Moment übernimmt einer der weltweit am besten entworfenen Unternehmensprozesse. Ein brillant durchdachtes System, hauptsächlich durchgeführt von Menschen mit nicht mehr als einem High-School-Abschluss.

Ich arbeitete bei Xerox, um das Verkaufen zu lernen. Als Neuling im Kreise der Kapitalisten wusste ich, dass ich zuerst lernen musste, wie man an Kapital kommt. Das ist bis heute meine wichtigste Aufgabe. Fragen Sie einen beliebigen Unternehmer, er wird Ihnen dasselbe sagen. Deren Hauptaufgabe besteht darin, Kapital von Kunden, Investoren und aus der Arbeit der Angestellten zu schöpfen.

Ich empfehle oft Unternehmen mit Netzwerk-Marketing, um dieselben Fähigkeiten zu erlernen und zu trainieren. Wenn Sie verkaufen, Abweisung hinnehmen und Führungsqualitäten entwickeln können, dann sind Ihre Chancen auf Erfolg im B- und I-Quadranten ausgezeichnet.

3. Das wichtigste ist Cashflow

Wenn es etwas gibt, dass die Reichen anders machen als die Armen, dann das: Sie lassen ihr Geld für sich arbeiten, anstatt dafür arbeiten zu gehen. Was bedeutet das? Ihr Geld liegt nicht nur in Erwartung schlechter Zeiten irgendwo auf einem Sparkonto herum und bringt so gut wie keine Zinsen. Ihr Geld wurde investiert und liefert Rendite.

Unterschiedliche Investitionen führen zu unterschiedlichen Resultaten. Die Frage ist: Welches Resultat hätten Sie gern?

Cashflow wird generiert, wenn Sie ein Investment tätigen und daran festhalten, sodass jeden Monat, jedes Quartal oder jedes Jahr Geld davon zu Ihnen zurückfließt. Cashflow-Investoren, anders als Investoren, die auf Kapitalerträge aus sind, wollen ihre Investitionsobjekte typischerweise nicht verkaufen. Sie beziehen lieber weiter den Cashflow als regelmäßiges Einkommen.

Eine Aktie generiert Ihnen eine Dividende, solange Sie sie besitzen. Das nennt man Cashflow. Um mit Immobilien zu Cashflow zu gelangen, könnten Sie ein Einfamilienhaus kaufen, es renovieren und vermieten, anstatt es wieder zu verkaufen. Dann kassieren Sie jeden Monat die Miete und begleichen die anfallenden Kosten, das Kaufdarlehen eingeschlossen. Wenn Sie zu einem guten Preis gekauft haben und das Objekt gut unterhalten, dann werden Sie Gewinn beziehungsweise positiven Cashflow erwirtschaften.

Der Cashflow-Investor macht sich über Marktschwankungen viel weniger Gedanken als der Investor, der nach Kapitalerträgen strebt. Der Cashflow-Investor beschäftigt sich mit langfristigen Trends und bleibt vom kurzfristigen Auf und Ab des Marktes unberührt.

4. Die Reichen zahlen keine Steuern

Wenn Sie reich sein wollen, müssen Sie nach den Spielregeln der Reichen spielen. Die Spielregeln des Geldes wurden zugunsten der Reichen gemacht, nicht zugunsten der Arbeiter- und Mittelschicht.

Die Reichen bezahlen sehr wenig Einkommenssteuer, weil sie ihr Geld nicht wie Angestellte verdienen. Sie wissen, wie man Steuern am besten vermeidet, und zwar indem man passives Einkommen auf der rechten Seite des Cashflow-Quadranten verdient – der Business- und Investing-Seite.

Wenn Sie Ihr Geld auf der linken Seite des Quadranten verdienen, können Sie sich nur dann Steuererleichterungen zunutze machen, wenn Sie ein größeres Haus kaufen und sich weiter verschulden. Aber den Reichen wird von der Regierung eine große Menge Steuererleichterungen angeboten. Man möchte Investitionen und unternehmerische Tätigkeit fördern, die wiederum Arbeitsplätze schaffen. Die Reichen können Millionen von Dollar verdienen und darauf praktisch keine Steuern zahlen.

Ein Beispiel dafür ist das Streben der Regierung, der Allgemeinheit mehr bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Deshalb werden Einkünfte aus Vermietung als passives Einkommen angesehen, jenes Einkommen, das am niedrigsten besteuert wird. Zusätzlich wirken sich all Ihre Immobilienkosten gewinn- und somit steuermindernd aus und Sie können jedes Jahr einen Teil des Wertes des Objektes abschreiben. Abschreibungen sind ein Phantomeinkommen, denn Sie können den Verlust von Ihrem zu besteuernden Einkommen abziehen. Auch wenn Sie tatsächlich kein Geld verloren haben. Somit zahlen Sie weniger Steuern. Wenn Sie in einen bestimmten Typ von Mehrfamilienhäusern investieren, dann kommen für Sie noch weitere Steuererleichterungen infrage – je nachdem, wo Sie sich befinden und in welcher Größe Sie investieren oder neu bauen.

5. Lernen Sie, wie man eine Bilanz liest

Die Wahrheit ist, dass Geld nicht reich macht. Es ist Ihr finanzieller IQ, der Ihnen zu Reichtum verhilft. Vergeben Sie 100.000 Dollar an eine Person mit niedrigem finanziellen IQ und an eine mit einem hohen finanziellen IQ. Ich garantiere Ihnen, dass Sie einen großen Unterschied in der Art und Weise sehen werden, wie dieses Geld ausgegeben und vermehrt wird.

Grundlegend für diesen Unterschied zwischen Menschen mit hohem und niedrigem finanziellen IQ ist eine einfache, aber essenzielle Fähigkeit: die Fähigkeit, eine Bilanz lesen zu können.

Um finanziell erfolgreich zu sein, müssen Sie wissen, wie man eine Gewinn-und-Verlustrechnung sowie eine Bilanz liest. Das ist eine der wichtigsten Kompetenzen. Noch wichtiger ist es, die Beziehung der beiden Finanzberichte zueinander zu verstehen.

Meinem reichen Vater nach war diese Beziehung der Kern. „Wie könntest du eine ohne die andere verstehen? Wie sollst du wissen, was ein Vermögenswert oder eine Verbindlichkeit ist ohne die Aufwendungs- und Ertragsspalte?“,fragte er.

In den Augen meines reichen Vaters versteckt sich in dieser Beziehung das Wissen um die Fließrichtung Ihres persönlichen Cashflows. Dadurch sehen Sie, ob Ihnen etwas Geld bringt oder nicht.

Bringt etwas Geld, ist es ein Vermögenswert. Falls nicht, handelt es sich um eine Verbindlichkeit.

„Nur, weil man etwas auf die Vermögensseite geschrieben hat, bedeutet das noch nicht, es ist auch ein Vermögensgegenstand“, sagte mein reicher Vater. „Menschen geraten in finanzielles Leid, weil sie Verbindlichkeiten kaufen und in die Spalte der Vermögensgegenstände schreiben.“

6. Der Cashflow-Quadrant

Nicht jedes Einkommen wird gleich geschaffen. Passives Einkommen, generiert auf der rechten Seite des Quadranten, ist viel besser als Einkommen aus Lohn und Gehalt, jenes, das man auf der linken Seite erzielen kann. Passives Einkommen wird geringer besteuert und ist außerdem das Resultat Cashflow-generierender Vermögensgegenstände und nicht des Verkaufs Ihrer wertvollen Lebenszeit als Angestellter.

In den E- und S-Quadranten gilt: Je mehr Sie verdienen, desto mehr Steuern zahlen Sie. In den B- und I-Quadranten ist es andersherum. Im I-Quadranten sind die Steuern am geringsten. Auf der rechten Seite zahlen Sie weniger Steuern, je mehr Sie verdienen.

Das bedeutet nicht, dass die Reichen nicht hart arbeiten. Sie arbeiten schlicht hart für etwas anderes. Sie arbeiten hart, um Vermögenswerte zu gewinnen, die mehr Geld auf ihr Konto bringen und ihnen (dank besserer Steuersätze) erlauben, mehr davon zu behalten.

Aber hier ist der Haken: Nicht jeder kann einfach so passives Einkommen auf der rechten Seite des Cashflow-Quadranten verdienen. Es bedarf finanzieller Intelligenz, ein erfolgreiches Unternehmen zu gründen und große Investitionen zu tätigen. Die gute Nachricht: Jeder kann seine oder ihre finanzielle Intelligenz durch finanzielle Bildung steigern.

7. Auch mittelmäßige Schüler können erstklassige Investoren werden

Da ich nie gute Zensuren bekam, blieb ich stets ein mittelmäßiger Schüler. Ich schloss meine akademische Karriere mit einem mittelmäßigen Zeugnis ab und hatte auch noch keinen besseren Abschluss, als ich in die Welt des Kapitalismus eintrat.

Über meine Noten machte ich mir ab da keine Gedanken mehr. Das einzig bedeutsame Zeugnis für Menschen in der Welt des Kapitalismus ist ihre Bilanz.

Das Problem mit der Schule ist, dass viele Kinder aus einem Kontext, also einem Elternhaus stammen, in denen die Eltern für gewöhnliches Einkommen arbeiten. In der Schule wird dieser Kontext, für gewöhnliches Einkommen zu arbeiten, weiter verstärkt. Das ist Erziehung, keine persönliche Weiterentwicklung.

Diese persönliche Weiterentwicklung oder Transformation ist schwierig, auch für sehr gute Schüler, weil sie emotionale Intelligenz mehr als jede andere Form von Intelligenz voraussetzt.

Wenn Leute lernen, ihr gewöhnliches Einkommen in Portfolio- oder passives Einkommen umzuwandeln, dann starten sie auch die Transformation ihres Kontexts, ihrer Lebenswirklichkeit, von der der E- und S-Quadranten zu jener der B- und I-Quadranten. Dieser Prozess gleicht der Verwandlung einer Raupe in einen Schmetterling.

Beginnen Sie noch heute mit Ihrer Verwandlung. Nehmen Sie Ihre Zukunft ab sofort selbst in die Hand.

Robert Kiyosaki

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